17. WISSENSCHAFTLICHE JAHRESTAGUNG DER DGSF
VON DER NEUTRALITÄT ZUR PARTEILICHKEIT – SYSTEMIKERINNEN MISCHEN SICH EIN
12. - 14. Oktober 2017 in München

Workshops / Foren

Donnerstag 12. Oktober 2017

"Die Welt im Wandel..."
Dr. Angela Eberding und Ruth Tillner

Dipl. Sozialarbeiterin/Pädagogin, Systemischer Familientherapeutin, Systemischer Coach für Neue Autorität, Supervisorin, Mediatorin und Energetische Psycholgie. Seit 1996 arbeite ich freiberuflich, nachdem ich viele Stationen in der sozialen Arbeit kennen gelernt habe. 2004 habe ich mit Kollegen die Systemische Akademie Bramsche gegründet und arbeite dort als Geschäftsführerin. Hier finden vor allem Fort- und Weiterbildungen im Bereich Neue Autorität, Systemisches Arbeiten und Mediation statt.

www.systemische-akademie.de oder www.tillner-consulting.de

In den letzten 70 Jahren haben sich nach dem 2. Weltkrieg in den westlichen Nationen die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse zwischen Männern und Frauen verschoben. So haben Frauen mehr Anteil am gesellschaftlichen Geschehen. Frauen tragen vermehrt mehr zum materiellen Auskommen der Familien bei und es gibt immer mehr Eineltern-Familien, diese sind zumeist durch Mütter geprägt. Da die väterliche Präsenz in den Familien nicht in dem Maße zugenommen, wie die mütterliche abgenommen hat, halten sich die Kinder zunehmend länger in Institutionen wie Kinderkrippen, -tagesstätten und Schulen auf.

Die Rollen von Männern und Frauen, sowohl in den Paar- wie auch in den Elternbeziehungen  haben sich stark verändert. Dies gilt auch für die Erziehungsverantwortung zwischen Familie und professionellen Erziehungsinstanzen.

Was bedeutet das für unsere tägliche Arbeit in sozialen Kontexten im Rahmen der Neuen Autorität? Sind wir in der Lage neue Wege zu finden, Kindern mehr Gefühl von Zugehörigkeit zu geben und in Beratung und Therapie gute Rahmenbedingungen für ein verantwortungsvolles Miteinander von Müttern, Vätern und professionellen Erziehungsverantwortlichen zu gestalten?

Wir möchten Sie in diesem workshop einladen zu schauen, wie und wo genau sich die Präsenz, die Erziehungsverantwortung und die wirtschaftliche Teilhabe zwischen Frau und Mann verändert hat? Wie wirken diese Faktoren zusammen, vor allem in Bezug auf das gesellschaftliche Leben und in der Erziehung von Kindern? Welche Bedeutung haben die Institutionen, wie Krippe, Kindergarten und Schule eingenommen? Welche Aspekte müssen hier eine größere Rolle einnehmen und wie können wir mit dem Ansatz von Haim Omer, der Neuen Autorität wirksam werden? Haim Omer hat das Sprichwort aufgegriffen: „Es bedarf eines ganzen Dorfes um ein Kind zu erziehen!“ Wie können gute Unterstützersysteme aufgebaut werden, wie zeigt der Widerstand gegen destruktives Verhalten und was bedarf es, präsent im Leben von Kindern und Jugendlichen zu sein bei all der Beanspruchung von Erwachsenen.

 

In diesem  workshop laden wir Sie ein, Ihre Erfahrungen einzubringen, zu diskutieren und konkrete Schritte zu erarbeiten, wie es gelingen kann, eigenverantwortliche und gleichzeitig sich gegenseitig unterstützende Wirkweisen zu kreieren.

Drogenabhängigkeit – Familiengeschichte – Zeitgeschichte eine Reise in eine unbekannte Welt
Prof. Dr. Ruthard Stachowske

app. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Lehrtherapeut Systemische Therapie, Supervisor KJP Appr. Ausbildung, ab 1993 stationäre Langzeittherapie für drogenkranke Eltern und ihre Kinder, heute in freier Praxis als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und Systemischer Familientherapeut tätig, Lehrtherapeut Systemische Gesellschaft (SG), Supervisor n. d. Psych. ThG, Professur an der Evangelischen Hochschule Dresden u.a. Leitung Master of Counseling Ausbildung u. a. in päd. Rollenspiel, Gestalttherapie, Systemischer und Organisationsberatung, Systemischer Therapie, Traumatherapie.

Drogenabhängigkeiten sind ein Teil dieser Welt - offensichtliche Entwicklungs-
bedingungen hierfür sind als scheinbar sicheres Wissen beschrieben. Gleichsam verdrängen diese – auch systemischen - wissenschaftlichen Erkenntnisse signifikante kontextuelle Rahmenbedingungen für diese Entwicklungen.

In diesem Workshop lade ich Sie auf eine Reise in einen unbekannten Teil dieses Themas ein – es geht um die Frage, ob verdrängte Verbindungen zwischen der Entwicklung von Drogenabhängigkeiten, dem System der Generationen und kontextuellen und zeitgeschichtlichen Wirkfaktoren diese Entwicklungen beeinflussen. Diese neuen Erkenntnisse weichen vom bestehenden Wissen ab – und eröffnen gleichsam neue Optionen für Therapie und Prävention.

Stärkung der eigenen Resilienz und Selbstfürsorge in emotional belastenden Beratungs- und Therapieprozessen und in und unruhigen Zeiten
Cordula Meyer-Erben

Der Kontakt mit emotional belasteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gehört bei vielen zu den alltäglichen Aufgaben in Beratung und Therapie. Daher ist es für pädagogische und therapeutische Fachkräfte wichtig, mit eigenen Belastungen, die durch Traumaerzählungen, irritierende Symptome sowie Systemdynamiken als Resonanzphänomene entstehen können, auf professionelle Weise umgehen und damit die eigene Gesundheit dauerhaft erhalten zu können.

In dem Workshop werden neben kurzen Inputs zur Psychoedukation hilfreiche Strategien zur Psychohygiene angeboten:

  • Resonanzphänomene und Sekundärtraumatisierung verstehen: 
  • Was passiert da in meinem Gehirn und Körper? Forschungsergebnisseaus der Hirn- und Traumaforschung
  • Eigene Resilienz und lösungsorientierte Selbstfürsorge zur Vorbeugung stärken
  • Signale als somatische Lösungswecker erkennen: ausgewählte Methoden aus den hypno-systemischen, Embodiment- und Achtsamkeits-Ansätzen für die eigene emotionale Selbstregulation und Entspannung gezielt einsetzen können
  • Umsetzung in den Alltag
  • Gegenseitige Stärkung im Team

In meiner langjährigen Erfahrung in der Betreuung von Pflegefamilien, Pflegekindern und unbegleitet minderjährigen Flüchtlingen war das Thema Selbstfürsorge und Sekundärtraumatisierung für mich, mein Team und in der fachlichen Begleitung der Pflegefamilien immer wieder hochrelevant. Auch in meinen Supervisionen von Teams, die mit emotional belasteten oder traumatisierten Menschen arbeiten, setze ich Methoden zur emotionalen Selbstregulation ein.

 

Der nächste Schritt! – Zeitgemäße Organisationskulturen unter entwicklungsgeschichtlicher Perspektive
Dr. Hannes Beckenbach

Geschäftsführer bei beundro Consulting www.beundro.de. Ob als Medizinwissenschaftler oder Berater: Am Spannendsten fand Hannes Beckenbach immer jene Herausforderungen, die große Vielseitigkeit erforderten. Insofern wundert es nicht, dass der ausgebildete Wirtschaftsmediator (Konfliktkultur) und Lehrtherapeut für systemische Beratung und Therapie (DGSF) so unterschiedliche Dinge begleitet wie Unternehmensbefragungen, Teamentwicklungen, Change-Prozesse und Fortbildungsprogramme oder den Aufbau und die Deinstallation von Führungsinstrumenten.

Die aktuelle Literatur zeigt eine Vielzahl organisationaler Entwicklungsformen, die in dergeschichtlichen Entwicklungvon Unternehmen und Organisationen entstehen:Die gängige Bandbreite reicht von modernen leistungsorientierten-über postmodern pluralistische bis hin zu integral evolutionären Organisationsformen. Die darin zum Ausdruck kommenden unterschiedlichen Verhaltensweisen und dahinterliegenden Annahmen werden im Workshop in einen gesellschaftlichen Zusammenhang gebracht. Die dabei zentrale Fragelautet: Welche Auswirkungen hat es, wenn der Mensch, die Gesellschaftund die Umwelt zunehmend den Sinn von Unternehmen und Organisationen in den Vordergrund stellen? Im Workshop werdendem interessierten Teilnehmer Einblicke in unsere Arbeit als Unternehmensberatergegeben und verschiedene Ansätze zur Entwicklung einer zeitgemäßen Kultur vorgestellt und diskutiert. Der Einsatz von unternehmensweiten, datenbasierten Befragungstools spielt in unserer Arbeit eine wichtige Rolle,um Anlässen für einen unternehmensweiten Dialog auf Augenhöhe zu generiere. 

Das Angebot richtet sich an Fortgeschrittene Teilnehmer/-innen

Warum wir für Veränderungen in Organisationen und Unternehmen ungehorsam werden und Autorität neu denken müssen
Frank Baumann-Habersack

Obwohl zu Veränderungen in Organisationen nahezu alles bekannt ist, bewegt sich dennoch wirklich wenig. Denn den Argumenten auf der Sachebene steht ein kollektiver (gesellschaftlicher) Blinder Fleck gegenüber, der dem emotionalen Wandel in sehr vielen Organisationen den Weg versperrt: Die Haltung zu Führungsautorität, Gehorsam und Kontrolle aus dem letzten Jahrhundert – auch in Non-Profit-Organisationen. Kein Wunder also, dass sich so wenig ändert: Es gibt zu viel Gehorsam und zu wenig Ungehorsam. Konstruktiver Ungehorsam, der verantwortungsbewusst Regeln hinterfragt und bricht. Wir brauchen daher eine Veränderung der Vorgehensweise für Veränderungen.

In diesem Workshop experimentieren wir mit den komplementären Dynamiken von alter Autorität: Ungehorsam in Verbindung mit Neuer Autorität in der Führung.

Für Einsteiger wie Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.

„Führungskräfte können nicht nicht politisch sein!“ Der Coach als Sparringpartner
Dr. Andrea Hirmer

Dr. phil. Ethnologin; Management-Beraterin und –Trainerin, Supervisorin und Coach. Trainerin für Systemische Supervision und Systemisches Coaching; Institutsleiterin in der Familientherapie und Lehrende für Systemische Beratung und Therapie (DGSF).

Die Komplexität der Aufgaben, die Herausforderungen und die geforderte Flexibilität für Führungskräfte steigen stetig an.

Zeit zur Reflexion des eigenen Handelns bleibt dabei meist wenig.

Wie Führungskräfte handeln und entscheiden. ist immer auch abhängig von ihren persönlichen sozialen und politischen Überzeugungen.

In diesem Workshop setzen wir uns damit auseinander, wie ein Raum  geschaffen werden kann, in dem Führungskräfte über diese Grundhaltungen reflektieren und sie im Abgleich mit ihren Führungsleitlinien bewerten.

In dieser Situation wird die Bedeutung des Coach als Sparring-Partner zunehmend wichtig.

Was bedeutet das für einen Coach? Wie begleite ich eine Führungskraft in schwierigen Fragen, die ethische Leitlinien betreffen? Wann ist meine eigene Meinung gefragt und wie äußere ich sie? Wie viel Widerspruch durch den Coach verträgt ein Coaching-Prozess? Wie verbinde ich systemische Methoden so mit dieser Coach-Haltung, dass ich glaubwürdig bleibe?

Der Workshop ist für Fortgeschrittene angelegt.

Systemisch wirksam führen
Gabriela Fischer-Rosenfeld

Eine wichtige Aufgabe von Führungskräften ist die Gestaltung von Strukturen und Kommunikationsprozessen. Hierbei entstehen Konflikte und Leitungskräfte finden sich schnell in einer Sandwich-Position wieder. Genutzt werden soll das besondere Bewußtsein von Systemiker_innen  für Perspektiven, Prozesse der Selbstorganisation und Kontextualität. Ein Teil des jeweiligen organisationalen Kontextes ist dabei der historische Zusammenhang, in dem Organisationen gegründet wurden und sich entwickelt haben. Im workshop soll u.a. der Frage nachgegangen werden, inwieweit aktuelle Führungsprobleme mit der durch historische Gegebenheiten geprägten Führungskultur der Organisation als Gesamtes zusammenhängen.

Mit Blick auf das politische Umfeld – gestern und heute: Welche Erfahrungen und Einsichten haben sich in der Reflektion der Tagung bewährt, welche neuen Einsichten wollen Sie in ihrer Praxis erproben und umsetzen? Insbesondere mit Blick auf eine Kultur der Einmischung.

Der workshop reduziert die Lücke zwischen Tagungs-Theorie und beruflicher Praxis; er dient dem Transfer der Tagungsergebnisse und -impulse in die Praxis.

Schwache Männer aus geschwächten Generationen
Jean van Koeverden

Sehr viele Männer können heute vielleicht hart sein, jedoch selten stark.

Ich will hier das Konzept "Attraktiv, Frei und Gefährlich" vorstellen, mit dem heute eine Männerarbeit möglich ist, die Wege zu Entwicklung öffnet.

Durch im Krieg ausgedünnte Generationen von Vätern, fehlt vielen Männern ein Vater, der selbst einen würdigenden, sicheren und entwicklungsfördernden Vater hatte.

Das Ergebnis findet sich heute in mehreren Generationen von Männern, welche zwischen Halb-Vorbildern iterieren und ihren Kindern keine geschlechts­identitäts­stiftende Orientierung geben können. Vorherrschend sind – trotz Gegenentwicklungen – ein Rückzug aus familiärer Verantwortung, Meidung sozialer Umgebungen und Flucht in Arbeit.

Viele Männer über 40 erreichen lebenslang verfolgte Ziele – oder auch nicht -,
ohne dass es sie mit Zufriedenheit ausfüllen kann. Es fehlt etwas wie "mir schmeckt nichts mehr". Dabei – oder früher – verlieren sie ihre Partnerinnen. 
Männer und Frauen sind nicht mehr glücklich miteinander.

Ein Lösungsweg bietet ein Mix aus "zurück ins Männerland", der Gang in den Keller (Eisenmann), sich achten, Kommunikationsregeln üben, andere Männer respektieren, einen Freund zurück gewinnen, Kontakt zum eigenen Vater gestalten, Muster hinterfragen, die eigene Rolle als Vater reflektieren, ...

Eigenen Impulsen vertrauen, ihnen folgen und sich trauen.

Jeder Teilnehmer soll Anregungen für die eigene systemische Arbeit mitnehmen können und speziell männliche Kollegen zur Arbeit mit Männern gestärkt werden.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene, auch Frauen.

Parentale Hilflosigkeit als Folge traumatischer Stressbelastung
Karl Heinz Pleyer

Dipl.-Psych., PP (app), Lehrtherapeut für Systemische Therapie u. Supervisor (DGSF), langjährige Arbeit in KJP und verschiedenen Bereichen der Jugendhilfe, 1995 bis 2008 Leiter einer kinderpsychiatrischen Tagesklinik, Weiterbildungen in VT, GT, Spieltherapie und Syst. Familientherapie, Mitbegründer der Rheinischen Gesellschaft für systemische Therapie (www.rgst.de), email: khpleyer@rgst.de

Hinter erlebter Hilflosigkeit und erzieherischem Scheitern von Eltern verbergen sich – ebenso wie hinter kindlichen Verhaltensauffälligkeiten - nicht selten Bewältigungsmuster, die aus vergangenen oder gegenwärtigen Stressbelastungen resultieren. Dabei kann der Ursprung in der eigenen Herkunftsfamilie liegen oder aus aktuellen Beziehungskonstellationen resultieren. Anpassungsprozesse sowohl auf Seiten der Eltern wie auch der Kinder können sich zu stabilen Mustern in der Eltern- Kind- Beziehung verfestigen und in Teufelskreise einmünden, die mit pädagogischen und therapeutischen Methoden schwer auflösbar erscheinen.

Im Mittelpunkt des Seminars stehen die Konstrukte "Parentale Hilflosigkeit", "Parentale Traumatisierung" und "co-traumatische Prozesse". Sie sollen theoretisch begründett und augf ihren Nutzen für Therapie und Beartung und Pädagogik überprüft werden. Es werden Vorgehensweisen dargestellt, die Therapeutische Hilfen für das Kind mit Methoden des Eltern-Coaching verknüpfen.

Organisationsentwicklung in der Migrationsgesellschaft
Katalin Korodi

Organisationen in allen Sektoren sind in Deutschland von Migration geprägt. Als Arbeitgeber, als Bildungseinrichtung oder Ausbildungsstandort, als Regeldienst für die soziale und gesundheitsbezogene Versorgung oder als Dienstleister. MitarbeiterInnen, KundInnen, KlientInnen haben auf vieler Art Erfahrung und Berührung mit Migration und ihren Konsequenzen.

Neben der Tatsache, dass Coaches und Supervisor_innen immer mehr gefordert sind, migrationsgesellschaftliche (interkulturelle) Aspekte in Fallbesprechungen, Teamberatungen zu berücksichtigen, geht es  hier auch um eine weiter reichende Notwendigkeit. Nämlich um eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung von Institutionen im Sinne von der „prinzipiellen Anerkennung des gleichen Rechts auf freie Entfaltung“1

Organisationen sind gefordert auf die Veränderungen in der Bevölkerung einzugehen, ua. ihre Visionen, ihre Angebote, ihre Personalpolitik, die Kommunikationswege, ihre Strukturen auf die aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen anzupassen.

Der klare sozialpolitische Auftrag dabei ist Organisationen dahingehend zu beraten, dass es erkannt wird an welchen Stellen in der eigenen Institution Benachteiligung von Menschen entsteht und wie man entgegenwirken kann um gleichberechtigte Zugänge zu schaffen.

Wir beschäftigen uns im Workshop mit der Frage, wie Ausgrenzungsmechanismen in der Gesellschaft wirken, wo und wie man zur Veränderung ansetzen kann.

1 Vgl. Toleranzdeklaration der UNESCO (Art. 1.2 – 1.4), 28. UNESCO Generalkonferenz, Paris 1995

Alltags- und Krisenbewältigung in Weltfamilien Integrationsprozesse mit dem Planspiel FIB – FAMILIE IN BALANCE erleichtern
Eva Tillmetz

Diplomtheologin, Paar-u. Familientherapeutin (DGSF) Praxis für Partnerschafts- und Familienberatung seit 1998 Lehrtherapeutin für systemische Therapie (DGSF) seit 2007 Lehrende am Institut ISYS Bayern/Sachsen von 2002 bis 2013 Lehrende am Nürnberger Zentrum für systemische Familientherapie und Beratung, Fort- und Weiterbildung, Supervision und Coaching L.U.S.T seit 2013

Längst sind die Folgen derGlobalisierung in Therapie und Beratung und in den Familien angekommen. Transnationale Familien bringen ihre Nöte und Erfahrungen mit: Kinder einer deutschenFamilie, die nach mehreren Jahren im Ausland zurückkehrt, finden mühsam Anschluss in der Schule. Die polnische Mutter, die in Deutschland als Altenpflegerin arbeitet und ihre Kinder monatelang zurücklässt, leidet unter der Trennung und der wirtschaftlich aufgezwungenen „Fernliebe“(Beck-Gernsheim). Der syrische Vater, der mit seinem ältesten Sohn nach Deutschland geflohen ist, wartet verzweifelt, dass seine Frau und jüngeren Kinder nachkommen dürfen. Ein chilenisch-russisches Paar, das sich hier im Auslandsstudium getroffen hat, gründet eine Familie weit entfernt von ihren Herkunftsfamilien. Wie wirken sich die sich über Kontinente erstreckenden familiären Bindungen auf alle Familienmitgliederaus? Mit dem systemischen Familienentwicklungsspiel FIB – FAMILIE IN BALANCE untersuchen Klienten wie Therapeuten die Auswirkungen der Migration auf allen Lebensfeldern und ergründen Ressourcen im Familiensystem. Über das Medium Spiel entstehen und entdecken sie neue Perspektiven und zuvor nicht erkennbare Möglichkeitsräume werden sichtbar, spürbar und denkbar. Das Planspiel fördert die Elternkooperation und regt Eltern zu konstruktiven Lösungenan. Damit der Dialog auch in der Muttersprache geführt werden kann, sind die Lebensfelder von FIB – FAMILIE IN BALANCE ins Englische, Französische, Polnische, Russische und Türkische übersetzt. Seit kurzem gibt es das Planspiel mit übersetzter Spielanleitung für den englischen und französischen Sprachraum:FIB – FAMILY IN BALANCE und FEE – FAMILLE EN EQUILIBRE. Diese verfügen über neue Sprachen auf den Lebensfeldern: arabisch, spanisch und chinesisch. In dem Workshop stellt Eva Tillmetz das von ihr entwickelte Planspiel FIB – FAMILIE IN BALANCE und deren Übersetzungen FIB (engl.) und FEE vor und Sie haben die Gelegenheit, dieses Handwerkszeug selbst auszuprobieren. Mehr Infos zum Spiel: www.fib-spiel.de

Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau
Dr. Helmut Wetzel

Migrationssensibler Kinderschutz
Benjamin Bulgay

Leitung:  Dipl.-Päd. Benjamin Bulgay

In diesem Workshop wird es darum gehen, den Teilnehmern theoretische, aber auch praktische Beispiele zu vermitteln, wie Kinderschutz in anderen Ländern und Kulturen verstanden wird.

Am Beispiel des Familienrats, der in vielen Familiensystemen bekannt ist, werden wir gemeinsam in Form von Rollenspielen üben, wie das Theoretische in die Praxis umgesetzt werden kann.

Angebot sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene

Was heißt eigentlich Hypno-systemisch?
Anne M. Lang

Zwei Begriffe, die breit ausgelegt, schwammig angewandt werden und schwer zu fassen sind: „Systemisch“ und „Hypno“. Zudem bleibt deren Kombination „Hypno-Systemisch“ völlig unklar. Begriffe sind geduldig.

Dieser Vortrag will eine fundierte Klärung anbieten und für Sie nutzbar machen.

Zudem wird eine hypno-systemische Antwort im „Bonner Ressourcen Modell“ aufgezeigt.

  1. Ich nehme die Kombination „Systemisch“ und „Hypno“ unter die Lupe
  2. Argumentiere für den Sinn dieser Kombination
  3. Zeige als ein Rahmungsmodell hypnosystemischer Veränderungsarbeit das „Bonner Ressourcen Modell“ auf
  4. Bringe Anwendungsbeispiele ein
  5. Biete die 3 Ebenen des Modells als Supervisionshilfe an

Für interessierte Einsteiger und erfahrene Interessierte.

Dschungelcamp – systemische Intervention für und mit der ganzen Familie
Sabine Schreiber und Dr. Michael Schieche

Sabine Schreiber, Dipl.-Psych., PP., Systemische Lehrtherapeut DGSF, system. Supervisorin und

Dr. Michael Schieche, Dipl.-Psych., PP., Systemische Lehrtherapeutin DGSF

Trotz bester Vorsätze dominieren schnell in systemischen Kontexten (SPFH, klassischer Familientherapie, aufsuchende Familienhilfe...) Reden, Reden, Reden... und die Kinder hören zu, während die Hirnforschung ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen fordert.

Speziell in der Arbeit mit hochbelasteten Familien und passiven Eltern wäre es hilfreich, alle zu aktivieren und allen Beteiligten – also Eltern mit Kindern und Kinder mit ihren Eltern – direkt neue Lernerfahrungen im Alltag zu ermöglichen.

Wir wollen hier ein Tool vorstellen, das sich sehr bewährt hat, um Familien in Aktion zu bringen. werden. Typische Problemfelder (liebevolles Grenzensetzen, Führen und Folgen, Nähe – Distanz, Körperkontakt und Bindung) werden hier mit der Dschungelcamp-Metapher aufgegriffen und spielerisch umgesetzt. Ideal für Familien (Couchpotatos und Dschungelcamp-Seher) mit Vorschul und Grundschulkindern, denen Reden nicht liegt.

Für praxisorientierte Einsteiger und Fortgeschrittene.

 

 

Das Lebensfluss-Modell: Ein lösungs- und prozessorientierter Ansatz für die Arbeit mit Einzelnen, Paaren und Familien mit Kindern und Jugendlichen
Gabi Mayer-Gaub und Susanne Wegner

Gabi Mayer-Gaub, Dipl-Soz.Päd (FH), Syst. Familientherapeutin, Syst. Supervisorin, Syst. Lehrtherapeutin (DGSF)

Susanne Wegner, Dipl-Soz.Päd (FH), Syst. Familientherapeutin, Syst. Supervisorin (DGSF)

Das Lebensfluss-Modell wurde im vft e.V. als innovative Methode zur Visualisierung des lösungs- und ressourcenorientierten Ansatzes entwickelt.

Seile werden als Lebenslinien von der Vergangenheit in die Zukunft gelegt, wichtige Stationen mit Symbolen markiert.

Dieses analoge Arbeiten kommt besonders Kindern und Jugendlichen sehr entgegen. Familien kommen in Bewegung, ein Perspektivenwechsel wird ermöglicht, lösungsorientierte Prozesse werden verstärkt, die im Stress verschütteten Ressourcen können wieder zugänglich gemacht werden.

Dieser Workshop richtet sich an alle, die die Originalversion des Lebensfluss -Modells erfahren wollen. Sie werden verschiedene Möglichkeiten der Anwendung kennen lernen und in Kleingruppen ausprobieren.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Ressourcen aus der Familie erlebbar machen – kraftgebende Aufstellungsformate auf der Grundlage von Genogrammen
Christiane Lier und Holger Lier (Geschwister)

Christiane Lier, Dipl. Psychologin, Systemische Familientherapeutin (DGSF), Supervisorin (SG), Europäische Psychotherapeutin (EAP), Lehrtherapeutin (DGfS), freiberuflich in eigener Praxis. Schwerpunkte: Verhaltensorginelle Kinder, Seminare und Weiterbildungen in „Prozessorientierter Aufstellung“. Autorin von Kinderbüchern mit den Themen: Alleinesein, Tod und Trennung der Eltern. www.Christiane-Lier.de

Holger Lier, Dipl. Sozialpädagoge (FH), Lehrender für Systemische Beratung, Systemischer Familientherapeut, Coach (alles DGSF), Supervisor (SG), Europäische Psychotherapeut (EAP), Lehrtherapeut (DGfS) in den Bereichen Beratung, Coaching und Supervision in eigener Praxis tätig. Seminarleiter an verschiedenen Instituten und Mitarbeiter in der systemischen Ausbildung, bietet Weiterbildungen in Prozessorientierter Aufstellungsarbeit an und ist Fachgruppensprecher der Fachgruppe: „Systemische Aufstellungen“ in der DGSF. www.Holger-Lier.de

Das Genogramm wird als Grundlage genutzt, um Informationen über die Familienmitglieder zu gewinnen und Ressourcen zu finden.

Mit den Aufstellungsformaten: „Kraft der Sieben“ und „Kraft der Vier“, lassen sich diese Ressourcen erlebbar verankern, indem die entsprechenden Familienmitglieder aufgestellt und befragt werden. (s. Praxis der Systemaufstellung 1/2016)

Es wird gezeigt, wie sich diese beiden Methoden kombiniert einsetzen lassen.

Der Workshop wendet sich an alle Interessierte (Fortgeschrittene und Einsteiger), die einen Einblick in die „Prozessorientierte Aufstellungsarbeit“ unter dem Blickwinkel der familiären Geschichte bekommen möchten.

Es gibt die Möglichkeit Fragen zur eigenen Familie einzubringen.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene.

 

 

Starken Gefühlen durch Kommunikation begegnen – Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen
Silja Thieme

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (Approb.), Supervisorin und Familientherapeutin (DGSF), Traumatherapeutin (PITT)

 Die konstruktive Umwandlung starker Gefühle wie z.B. Angst, Depression oder Wut gelingt durch die Zuwendung zu diesem inneren Teil durch authentische und wertschätzende Kommunikation. Der Jugendliche wird in der Kommunikation angeleitet, wodurch die Verwandlung in einen eigentlich wohlmeinenden und unterstützenden Teil passiert, der weiterhin als innerer Coach vorhanden ist. Das Entwickeln des eigenen sicheren Ortes, Visualisierung des Teils, Formulierung von Ich-Botschaften und Bedürfnissen, Aushandeln von Zielen und das Entwickeln von Aufgaben für den Alltag fördern die Entwicklung und geben die Kontrolle an den Jugendlichen oder das Kind zurück.

In diesem Workshop führt die Referentin  in diese sehr anschauliche und wirksame Methode ein und leitet Sie für die Teilnehmer zur Eigenerfahrung live an. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit kurz in Kleingruppen selbst dieses Modell anzuwenden.

Elemente von: Teilearbeit nach Wolfgang Lenk (Hypnotherapie), Traumatherapie nach PITT (Luise Reddemann), Achtsamkeitstraining (MBSR)

Familie in 10 Jahren – Die Auseinandersetzung mit positiven Zukunftsbildern in der Multifamilientherapie
Thomas Pletsch und Ulrike Behme-Matthiessen

Thomas Pletsch, Arbeitspädagoge, Transaktionsanalytiker, Psychotherapie HPG

Ulrike Behme-Matthiessen, Dipl. Psychologin, Psychol. Psychotherapeutin, syst. Familientherapeutin

Seit 1998 arbeiten wir in der KJP in Schleswig mit Multifamiliengruppen. Viele Familien kommen mit einem Gefühl der Resignation und wenig Hoffnung auf positive Veränderung zu uns. Wie in der Resilienzforschung umfangreich beschrieben haben positive Zukunftsideen einen großen Einfluss auf die psychische Gesundheit. In diesem Workshop werden neben Impulsreferaten zur familialen Resilienz praktische Aktionen aus der Arbeit mit Familiengruppen zum Thema „Zukunft“ vorgestellt. Die Aktionen regen die Auseinandersetzung der Familien mit ihren Zukunftswünschen, Träumen und Ideen an.

Für Anfänger und Fortgeschrittene.

 

 

Familienforschung für Systemikerinnen und Systemiker
Nicole Saathoff

Unsere Familiengeschichte prägt unser Bild von Krieg und Diktatur, Flucht und Flüchtlingen und damit auch unseren Umgang mit ihnen und unserer Gesellschaft heute – und natürlich auch mit unseren Klienten.

Aber über unsere eigene familiäre Verstrickung in den Nationalsozialmus wissen wir oft nur wenig: Was war die politische Haltung unserer Herkunftsfamilie, wie sahen die Militärzeit und die Kriegsgefangenschaft der Männer aus, wie ihr Entnazifizierungsverfahren?

Wir klären im Workshop, welche Fragen, d. h. Archivrecherchen, man als Laie unkompliziert selbst stellen kann, wie die Ergebnisse einzuordnen sind und welche einschlägigen Internetseiten weiterhelfen können.

Für Einsteiger

Parteilichkeit für Kinder und Eltern – Förderung einer guten Bindung mit Marte Meo
Giovanna Cau und Dr. Sibylle Grevenkamp

Wenn der Glaube an eine gute Elternschaft verloren gegangen ist, werden Hilfesysteme installiert, die das Wohl des Kindes sichern sollen. In Mutter/Vater – Kind Einrichtungen werden SystemikerInnen gefordert eine gute Balance zwischen Neutralität und Parteilichkeit zu finden. Systemische Ansätze und Marte Meo ergänzen sich gut in diesem Arbeitsfeld. 

Marte Meo zeigt am Video die Bedürfnisse der Kinder und die Fähigkeiten der Eltern und hilft Eltern die Entwicklung ihrer Kinder einfühlsam zu begleiten und damit sichere Bindung aufzubauen.

Im Workshop zeigen wir anhand von Videobeispielen wie die Kombination von Marte Meo und systemischer Ansätze erfolgreich in einer Mutter-Kind-Einrichtung umgesetzt wird. 

Für alle Interessierten, keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich.

"Probleme" fallen aus heiterem Himmel
Horst Lempart

Die Anatomie von Problemen:
Was ist überhaupt ein "Problem"?
Wie entstehen "Probleme"
Wie werden sie aufrechterhalten?

Die Problem-Geschichte von den Brüdern "Jeder" und "Alles"
"Jeder" und "Alles" waren wieder einmal sehr zerstritten, weil "Jeder" meinte
"Alles" wäre ein Problem. Und obwohl "Alles" tatsächlich das Potential hatte zum "Problem" zu werden war doch auch "Jeder" dafür verantwortlich ...

Probleme brauchen eine innere wie äußere Bühne
Unser Referenzrahmen als Problem- und Lösungsrahmen
Wohin geht ein Problen wenn es uns am Arsch vorbeigeht?
Für wen ist das Problem am größten? Und wer hat gar keins?
Problemräume sind auch Möglichkeitsräume

Veränderung beginnt im Leib
Anja Malanowski

Atemtherapeutin, syst. Familientherapeutin (DGSF), Psycho-Onkologin

Sobald wir leben, hinterlassen Eindrücke ihre Spuren in uns. Nach und nach verweben sie sich zu starren Mustern, die unser Sein in Systemen prägen. Dysfunktionale Muster halten sich auch bei hoher Veränderungsmotivation der Klienten oftmals hartnäckig, solange das neue Verhaltensmuster nicht ausreichend auf Leibebene integriert ist.

Eine nachhaltige Veränderung wird hingegen erreicht, wenn die Körperwahrnehmung, besonders von Atem und Tonus, verfeinert und mit systemischen Interventionen verbunden wird. Veränderung wird dadurch prozesshaft wahrgenommen, katalysiert und auf Zellebene  verankert.

Ein Angebot für Einsteiger und Fortgeschrittene mit Interesse an einer Selbsterfahrung des Körpers.

Was ist es denn nun ST – What`s on in der ST
Reinert Hanswille und Rainer Schwing

In diesem Workshop wollen wir uns mit zentralen Themen und Fragestellungen der Systemischen Therapie beschäftigen und sie diskutieren.  Vielleicht haben sie sich ja auch schon einmal gefragt, wenn sie mit Kolleginnen und Kollegen gesprochen haben oder ihnen zugehört haben: Was meinen die eigentlich damit  genau wenn sie von Kybernetik 2. Ordnung sprechen und ist das wirklich so zentral für die ST Therapie,  oder was steckt denn nun genau hinter den vielen Bezeichnungen der neuen Verfahren in der systemischen Therapie MST, ABFT etc. Oder sie fragen sich wieviel Selbstorganisation zeichnet meine Therapien aus, ist das Setting Einzeltherapie oder Familientherapie eigentlich entscheidend, wie lang darf denn eine wirkliche systemische Therapie dauern.

Oder sie haben, wie wir, schon oft gehört wenn Kollegen danach gefragt wurden was systemische Therapie ist, das die Antwort aus 2 Sätzen bestand und danach die „Phrasendruckmaschine“ angeworfen wurde und alles sehr  allgemein blieb, und sie sich gedacht haben, das kann doch nicht alles sein.

Anhand von Polaritäten z.B.  Kybernetik 1. Ordnung und Kybernetik 2. Ordnung,  Selbstorganisiert und Normativ strukturell, Langzeit und Kurzzeit; Emotional und Kognitiv; Problem und Lösung; Experte oder Nichtwissen; direktiv  und verstörend etc. wollen wir gerne mit ihnen diskutieren und gemeinsam lernen wo und wie unsere Haltung zur Systemischen Therapie aussieht und sich inhaltlich füllen kann.

Was tun
Johannes Herwig-Lempp

Prof. Dr., Diplom-Sozialpädagoge, Systemischer Sozialarbeiter (DGsP), Fortbilder und Supervisor. Professor an der Hochschule Merseburg für Systemische Sozialarbeit/Sozialarbeitswissenschaft. Leiter des ersten deutschen Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit. Autor von „Ressourcenorientierte Teamarbeit“ (4. Aufl., Göttingen 2016, Vandenhoeck & Ruprecht).
www.herwig-lempp.de

„Du hast keine Chance, aber nutze sie“ (Herbert Achternbusch). Wir würden uns ja gerne einmischen, uns politisch engagieren, uns für Veränderung einsetzen. Aber was können wir als Einzelne schon bewirken, ist es nicht aussichtslos, in diesem System irgendwas ändern zu wollen? Und selbst wenn wir doch einmal wollten: wie könnten wir vorgehen? Statt uns selbst zu desillusionieren, wollen wir in diesem Workshop gemeinsam Ideen entwickeln, wie und wo jede/r von uns – sofern wir das jemals vorhätten – als Einzelne politisch aktiv werden und uns einmischen könnten – und wir wir uns möglicherweise sogar Lust machen könnten, das Aussichtslose zu versuchen.

Die WOWAHA-Stragegie – Kommunikation im Kontext von Radikalisierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
Tom Küchler

Jahrgang 1971, Diplom Sozialarbeiter/ Sozialpädagoge (FH); Lehrender und Leitender am Systemischen Institut Sachsen (SIS in Chemnitz) – www.sis-ev.de; Systemischer Berater, Therapeut/Familientherapeut, (Lehrender) Supervisor, Lehrtherapeut und Lehrender Coach (SG); Stresspräventionstrainer (IFT) – www.tomkuechler.de

Kommunikation im Kontext von Radikalisierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

Die WOWAHA-Strategie ist eine Mischung von Selbstreflexions- & Kommunikationstools aus verschiedenen Ansätzen. Sie ist für Kommunikationsprozesse mit Menschen geeignet, welche gruppenbezogen-menschenfeindliche Einstellungen und Verhaltensweisen bzw. Radikalisierungstendenzen zeigen. Ein (pragmatischer und niedrigschwelliger) Ansatz, der von Marco Helmert und Tom Küchler aus der Praxis heraus entwickelt wurde.

  • Grundidee, Wurzeln und Ziele des Ansatzes
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) und Menschenrechte
  • Selbstreflexion als Grundlage
  • Phasen im Gespräch
  • Kommunikationstools innerhalb der Phasen

Zukunftslabor
Markus Schmidt-Dugas

So wie jeder Mensch vor den Spiegel tritt, um ein aktuelles Bild von sichselbst zu erhalten, gleichen Change-und ForumTheater einem Spiegel, in dem sich die gesamte Organisation spiegelt! Mitarbeiter und Führungskräfte können somit Kommunikation, Beziehungsgestaltung, Entscheidungsfindung und Verantwortung untereinander und zu Stakeholdern von außen mit Distanz betrachten.Im ChangeTheaterkonstruieren wir diesen Spiegel interaktiv, in dem alle Beteiligten ihre Perspektiven einbringen können. Im ForumTheater konfrontierenwir die Beteiligten dagegen mit vorbereiten Szenen zu konkreten Problemsituationen.Doch dieser Spiegel kann noch mehr: Er kann auch die intellektuelle und emotionale Ebene spiegeln, die hinter diesen äußerlich sichtbaren Verhaltensweisen liegt. Somit werden auch die oft weniger bewussten Werte, Einstellungen und Glaubenssätze deutlich, die die Organisationskultur prägen!Change-und ForumTheater bieten somit eine wertvolle Reflexionsplattform, um sich als als Team oder Organisation der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden und sich präventiv auf herausfordernde Situationen vorzubereiten. Ansatzpunkte für mögliche Veränderungen werden durch Überspitzung, Visualität und Emotionalität noch deutlicher.Change-und ForumTheater begnügen sich allerdings nicht nur mit dem Spiegeln der aktuellen Situation. Sie bieten auch ein Labor, um mögliche Veränderungen auszuprobieren und deren Konsequenzen live zu testen. Somit bietet dieses Format auch eine interaktive Kommunikationsplattform für alle, um notwendige Veränderungen gemeinsam zu probieren, zu diskutieren und zu beschließen.Das Involvementfür dieses Prozess und das Commitmentfür die Ergebnisse steigtdurch diesen interaktiven Prozess deutlich.

ACTiv aufstellen -- Achtsamkeits- und Commitment-Training (ACT) systemisch auf den Punkt gebracht
Martin Bonensteffen

Stecken Sie, oder Ihre Klienten manchmal fest? Vielleicht, wenn Sie sich einfach nicht entscheiden 'können'? Wenn Sie 'schwierigen Gedanken' immer wieder Glauben schenken? Oder wenn Sie sich zweifelnd und grübelnd 'im Kreis drehen'?

Dann kann Ihnen diese kurze, einfach zu lernende und leicht zu erinnernde Übung in Zukunft vielleicht zu neuer Flexibilität verhelfen. Sie kann in der Beratung, im Coaching und im klinischen Bereich eingesetzt werden und sie vermittelt einen ersten Geschmack von ACT.

Dieser Workshop soll Ihnen folgende Erfahrungen ermöglichen: 

  • ACT als konsequent werte- und verhaltensorientierten Ansatz erfahren.
  • Entdecken wie eine offene, neugierige, ‘alles darf da sein’ Haltung möglich wird.
  • Erleben, wie ein "Ich fühle mich sicher genug, um zu lernen!" unterstützt werden kann.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Gelassen leben und arbeiten … auf dem Grat zwischen „Feuer & Flamme“ und „ausbrennen“
Ulrike von der Mosel

Dipl.-Sozialpädagogin, Familientherapeutin DGSF, Supervisorin DGSF, Coach DGSF, Lehrsupervisorin, Lehrende systemische Beratung & Therapie DGSF. Seit 2005 selbständig in eigener Praxis;

Mitarbeitende diverser Berufsfelder sehen sich dienstlich und privat hohen Anforderungen und einem zunehmenden Erfolgsdruck ausgesetzt. Gleichzeitig werden Ressourcen abgebaut.

Wie kann ich eine gesunde Haltung entwickeln, mit der es nicht darum geht, immer leistungsfähiger zu werden, sondern angemessen und sinnvoll mit eigenen Kompetenzen und Bedürfnissen umzugehen?

Der Workshop vermittelt nützliche Informationen zum Thema Burnout-Prophylaxe und fördert Reflektion und Austausch über die eigene Selbst-Sorge:

  • Wofür brenne ich und was legt meine Kraft eher in Asche?
  • Welche „Antreiber“ und welche „Erlauber“ lenken mich im Alltag?
  • Welchen (Selbst-) Ansprüchen fühle ich mich ausgesetzt und wie gelingt es mir, mich bei Bedarf auch klar und freundlich abzugrenzen?
  • Zielgruppe
  • Mitarbeitende, Selbständige und Führungskräfte, die (wieder mehr) auf ihre Bedürfnisse, Möglichkeiten und Grenzen achten möchten. Für Einsteiger und Fortgeschrittene.

 

 

 

Beziehung – Gegenüber – Widerstand. Pädagogisch-therapeutische Interventionen als eine systemische Weiterentwicklung des Konzepts der Neuen Autorität
Bruno Körner und Martin Lemme

Martin Lemme, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, eigene Praxis mit KV-Zulassung (VT) für alle Altersgruppen, Systemischer Therapeut, Systemischer Supervisor, Systemischer Coach für Neue Autorität; Partner in SyNA: Systemisches Institut für Neue Autorität (www.neueautoritaet.de)
m.lemme(at)neueautoritaet.de.

Bruno Körner, Diplom-Sozialpädagoge (FH), Systemischer Familientherapeut; Systemischer Coach für Neue Autorität, Partner in SyNA: Systemisches Institut für Neue Autorität (www.neueautoritaet.de). b.koerner(at)neueautoritaet.de.

Im Workshop beschreiben Körner & Lemme ihre therapeutisch-pädagogische Arbeit anhand eines von Ihnen entwickelten Leitfadens sowie ihres systemischen Umgangs damit. Sie stellen damit ihr Vorgehen als Weiterentwicklung des Konzeptes der Neuen Autorität und der diesem Konzept zugrundeliegenden Haltung vor. Dabei zeigen sie kreative und interaktive Möglichkeiten im Umgang mit der eigenen Präsenz und den Haltungs- und Handlungsaspekten in Pädagogik, Therapie und auch Vermittlung auf.

Das Konzept der Neuen Autorität (Omer & Schlippe) hat seit 1999 in Deutschland zunehmend mehr Verbreitung und Anwendung gefunden. Lemme & Körner sind seit 2002 an der Entwicklung intensiv beteiligt.

Methodisch wechseln sich Lectures, Übungen zur eigenen Erfahrung und Reflexion ab.

Der Workshop richtet sich an Interessierte!

 

 

Alles hat seine Zeit: Lasst uns darüber reden! Trauer braucht Heimat – Wege zu einem lebendigen Umgang mit Verlust, Sterben und Trauer
Matthias Bertram

Systemischer Berater (DGSF), Theologe, M.A. HRD, M.A. Philosophie, Jahrgang 1968; Studium der Philosophie und Theologie in München.

Über 15 Jahre in der Gemeindeseelsorge und Gemeindeorganisation von bis zu 8 Einheiten tätig. Trägervertreter von Kitas mit Führungsverantwortung für 60 Mitarbeiter*innen und in der Erwachsenenbildung tätig.  Begleitung von Schwerkranken, Sterbenden und ihren Angehörigen. Trauerbegleitung und Gestaltung von Trauerfeiern und Abschiedsritualen.

2010 Fernstudium der Personalentwicklung an der TU Kaiserslautern, Beraterausbildung am Odenwaldinstitut der Karl-Kübel-Stiftung.

Freiberuflich als Berater und Coach tätig. Seminare und Vorträge deutschlandweit. Seminare und Vorträge u.a.: Umgang mit Tod und Sterben in der Kita? Wie mit Kindern Sterben und Tod bewältigen? Sterben und Abschiednehmen in der Familie, Arbeit am Tabu: das Schweigen brechen; Hilfe für die Helfer: Wie viel Tod vertrage ich?

Sterben und Tod sind Teil des Lebens. Dazu gehören entsprechende Reaktionen, menschliche Verhaltensweisen und Ausdrucksformen der Betroffenen! Der Umgang damit wird zunehmend verlernt, tabuisiert und delegiert.  Gemäß DSM-5 wird Trauer, die länger als zwei Wochen anhält, als Krankheit diagnostiziert! – Trauer ist keine Krankheit, sondern ein wichtiger Teil des Lebens. Trauer ist nicht ausschließlich Traurigkeit, sondern ein Cocktail an Gefühlen. Der Workshop widmet sich den verschiedenen Formen von Trauer, Trauerblockaden und ihren Funktionen im System. Wege aus der Sprachlosigkeit und der Problematisierung hin zu einem lebensfördernden Umgang damit werden aufgezeigt.

Zielgruppe: Alle am Thema interessierten Menschen. Bereitschaft zum Austausch und Kleingruppenarbeit.

 

 

Angst macht Angst Macht : Was mischen wir ein?
Laura Bach

Gesellschaftspolitische Missstände sind immer ein äußerer Ausdruck eines inneren Mangelgedankens seitens des Urhebers, der weiteren Mangel erzeugt – ein destruktiver, sich selbst verstärkender Kreislauf, der nachhaltig nur aufgelöst werden kann, wenn unser Engagement an der Quelle ansetzt: der Angst.

Die Geschichte zeigt, dass Ge- und Verbote, Moral und ethische Erziehung, dass Bekämpfen und Aufopfern keine dauerhaften Erfolge zeitigen.

Anhand der von den TN mitgebrachten Betroffenheit zu speziellen Missständen und ihrem Wunsch sich einzumischen

untersuchen wir, was uns betrifft, und wie unser individueller Weg aussieht, damit liebevoll in den Frieden zu gelangen, aus dem heraus wir der Angst, dem Mangel im Außen begegnen.

Für Kollegen/Innen mit fortgeschrittenem Mut, sich persönlich einzulassen.

"Wann ist der Mensch tot? Und wenn ja – wie lange?" Ethische und familiäre Aspekte im Bereich von Organtransplantation und „Organspende“.
Heinz Bächer

Praxis Krisensicher und Klinikseelsorger am UNI-Klinikum Jena; Familientherapeuth (DGSF) Traumatherapeuth (PITT); Supervisor (DGSF);

Das Thema Organspende u. –transplantation greift tief in familiäre Situationen ein. An den Grenzen des Lebens werden Patienten/innen, Angehörige, Ärzte/innen vor ethische Entscheidungen gestellt.

Schwere Krankheit, plötzlicher Tod – beides Lebenskrisen die Patienten und deren Familien/Angehörige – tief bewegen. Das kann Angehörige überfordern.

Der Workshop beginnt mit eine Einführung (Informationen und Beispiele) in das Thema.

Im zweiten Teil steht das Gespräch und der Austausch mit den TeilnehmerInnen im Mittelpunkt.
Ein alternativer Organspende Ausweis der Ev. Frauen in Deutschland wird vorgestellt.

Dieser Workshop ist sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene geeignet.

Aufbau psychotherapeutischer Angebote für Flüchtlinge im ländlichen Raum – das Projekt TAFF
Astrid Utler

In dem Workshop werden die Erfahrungen aus dem Projektes TAFF vorgestellt. Das Ziel von TAFF besteht darin, jenseits der großen Zentren in Bayern eine psychotherapeutische Versorgung von Geflüchteten zu gewährleisten. Dazu werden niedergelassene Psychotherapeuten und Sprachmittler gewonnen und geschult, eine Kontakt- und Koordinierungsstelle geschaffen, die neben den professionellen Helfern auch für Ehrenamtliche eine Anlaufstelle darstellt. Das Zusammenspiel zwischen Behörden, Ärzten und Asylsozialarbeit wird in regelmäßigen Gesprächsrunden nach Verbesserungsmöglichkeiten durchleuchtet und diese in der jeweiligen Region erprobt. Im Rahmen des Workshops können schon erste Ergebnisse einer Zwischenevaluation des Projektes vorgestellt werden.

Keine Vorkenntnisse erforderlich

Ein wohlwollender Selbstumgang und Mitmenschlichkeit
Dr. med. Daniel Dietrich

In diesem Workshop können die Teilnehmer sich damit auseinandersetzen, wie es gelingen kann, bei sich und bei Klienten einen wohlwollenden Selbstumgang zu fördern - und welche Veränderung dadurch im Blick auf andere Menschen entstehen.

Für dieses Ziel werden einige Grundzüge der Ego-State-Therapie dargestellt und in einer Imagination kann ein wohlwollender Blick auf sich selber eingenommen werden.

 Für Fortgeschrittene

„Warum 50,27 % keine Mehrheit sind – systemische Perspektiven auf sogenannte demokratische Entscheidungen oder wann macht ein Unterschied einen Unterschied“
Ilke Crone

Entscheidungen werden in Demokratien über Wahlen und (Volks)- Abstimmungen getroffen. Dann gelten Mehrheitsbeschlüsse – da gibt es einfache Mehrheiten, absolute Mehrheiten, zweidrittel Mehrheiten. Dieses (aus meiner Sicht vermeintlich) demokratische Prinzip trifft man auch in Organisationen, Verbänden, Vereinen, Gremien und Teams an. Mehrheitsentscheidungen führen jedoch häufig unmittelbar in eine polarisierende Dynamik, die Gemeinschaften eher spaltet und „Positionen“ gegeneinander aufbringt oder „Gewinner“ und „Verlierer“ konstruiert. Dies umso mehr, je knapper die Ergebnisse ausfallen!

Nun ist seit einigen Jahren zu beobachten, dass sich zum einen immer weniger Bürger und Bürgerinnen an Wahlen oder Volksbefragungen beteiligen und zum anderen die Ergebnisse immer häufiger ausgesprochen knapp ausfallen. So geschehen bei der Frage des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union – mit einer Wahlbeteiligung von 72 % ergab sich ein Ergebnis von knapp 53% dafür, zu 47 % dagegen – wobei ein genaueres Hinschauen ergibt, dass vor allem die „Alten“ für den Austritt gestimmt haben und die „Jungen“ sich wenig an der Wahl beteiligt haben. Der Brexit wird mit dieser „Legitimation“ der Mehrheit umgesetzt. Ein weiteres Beispiel ist die Volksabstimmung in Kolumbien zum Friedensvertrag mit der Farc, der mit einem Ergebnis von 50,2 % zu 49,8 % abgelehnt wurde.

Angesichts einer weltpolitischen Gesamtsituation, die mehr und mehr zu starken Polarisierungen tendiert, scheint mir ein lösungsorientierter Dialog angebracht. „Je enger eine Abstimmung ausgeht, desto mehr sollte der Zwang bestehen, die gegenteiligen Auffassungen in einem Konsensverfahren zu berücksichtigen.“ (B.S. Frey, Professor für Volkswirtschaft, Zürich/Basel)

Ausgehend von verschiedenen (eher) systemischen Betrachtungen auf Ambivalenzen und Paradoxien, auf Unterschiede, die einen Unterschied machen und auf (gefährliche) Verführungen und Einladungen zu vermeintlichen Eindeutigkeiten – nichts anderes sind demokratisch gewonnene Mehrheitsentscheidungen dieser Art – möchte ich Ansätze dialogisieren, die mögliche – und vielleicht auch parteiliche – Antworten sein könnten.

Ein gewisses, vielleicht auch einschlägiges Grundverständnis mehr oder weniger systemischer Ideen und Haltungen erscheinen mir als bedeutsame Voraussetzung für einen spannenden Dialog.

Gender- und diversitysensible Beratung – ein Politikum für SystemikerInnen?
Prof. Dr. Martina Hörmann

In Beratung und Therapie begegnen wir Klientinnen und Klienten, die sich nach Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, sexueller Identität, Behinderung, religiöser und weltanschaulicher Prägung unterscheiden. Die Differenz von Menschen kann zum Anlass von Diskriminierung werden. Diese gesellschaftlichen Aspekte in Beratung und Therapie angemessen zu berücksichtigen, stellt häufig eine Herausforderung dar. Wann spielen solche Unterschiede eine Rolle und wann nicht? Wie können Gender- und Diversityaspekte unter Beibehaltung einer systemischen Grundhaltung in Beratung und Therapie einbezogen werden?

Im Workshop erhalten die Teilnehmenden methodische und konzeptionelle Impulse für gender- und diversitysensible Beratung.

Der Workshop ist für AnfängerInnen und Fortgeschrittene geeignet.

Von der Allparteilichkeit zur Parteilichkeit und zurück – Das Ich im Wir im Wandel
Kerstin Kude-Osman und Johannes Holz

Kerstin Kude-Osman (AGEH); Johannes Holz (Supervisor (SG), Trainer, Coach)

Coaching für Fachkräfte in Konfliktgebieten, Supervision für Freiwillige zur Rettung Geflüchteter und für Engagierte in der Flüchtlingsarbeit.

Wir wirken in Unterstützungssystemen an Verwerfungslinien der Weltgesellschaft. Gleichzeitig erleben wir immer stärke werdende gesellschaftliche Spaltungen durch Populisten in vielen Ländern. Maßstäbe werden willkürlich verschoben. Agitatoren suchen Aufmerksamkeit u.a. besonders in social media, um sie für Propaganda zu nutzen.

Sehen wir Gründe für zivilen Widerstand? Setzen wir Impulse für den Wandel gegen den populistischen Wandel ? Wie reflektieren wir Ambivalenz bei der Erkundung von neuen Möglichkeiten in und um uns selbst? Wie verändern wir uns selbst und unsere Haltungen?

Inwiefern gibt es für Coaches im Arbeitsprozess politische Dimensionen wie „Sinn“?

Im Workshop tauschen wir Erfahrungen mit der Begleitung von Lernprozessen in politischen Dimensionen und eigene Selbstreflexion aus. Außerdem erarbeiten wir Reflexionshilfen zur Wirkung von Kommunikation zwischen Unterstützungssystemen, deren Kontext und uns.

Armut wirkt. Vom Verstehen zur Hilfe.
Rainer Orban

Dipl. Psychologe, Systemischer Therapeut (SG/DGSF), Systemischer Supervisor (SG) und Coach, Lehrender für Systemische Therapie und Beratung (DGSF), von 2009-2016 Sprecher der Fachgruppe Kinder und Jugendhilfe Inhalte der DGSF, Instituterat der DGSF und pädagogischer Leiter/Geschäftsführer der Heilpädagogischen Kinder und Jugendheime Rotenburg/Wümme e.V. Institutsleiter, n.i.l. - Institut für Systemische Fort- und Weiterbildung.

In diesem Workshop soll die grundlegende Thematik der Jahrestagung aufgegriffen werden und anhand verschiedener Fallbeispiele erläutert werden, wie im Rahmen ambulanter und teilstationärer Kinder- und Jugendhilfe eine fundierte sozialpädagogische (Inclusionschart 4 nach Peter Pantucek etc.) und psychologische Diagnostik (SCL-90 S, CBCL, etc.) dabei hilft, Familien, die in schwierigsten sozialen Lagen sind, zu unterstützen. Zum einen geht es im Workshop darum spezielle Testdiagnostiken zu vermitteln, um die soziale und materielle Situation von Familien zu erfassen. Diese Arbeit wird verbunden mit einem familienaktivierenden Ansatz, der sich zum einen stützt auf einer Übertragung des niederländischen Ansatzes IAG (Intensieve Ambulante Gezinsbehandeling) und wesentlichen Elementen der MFT.

Zum zweiten ist das Ziel sehr deutlich und intensiv für den sozialen Aspekt von Sozialarbeit wieder neu zu sensibilisieren. Soziale Arbeit sollte aus einer systemischen, ganzheitlichen Perspektive heraus – die sich ihrer humanistischen Wurzeln bewusst ist-  nicht nur das Funktionieren von Individuen verbessern. Nein, vor allen Dingen sollte soziale Arbeit auch dazu beitragen, gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu hinterfragen und zusammen mit den betroffenen Familien und den zuständigen Fachkräften dafür einzutreten, diese Rahmenbedingungen für einzelne Familien wie auch für die sie umgebende Gesellschaft zu verbessern. Vor dem Hintergrund der vorliegenden Erkenntnisse und auch mit Blick auf historische Parallelen sollte deutlich werden, inwieweit soziale Arbeit die Wirklichkeit und Wirkung von Ausgrenzung und Armut zu thematisieren hat.

Zielgruppe: Fortgeschrittene. Kolleginnen und Kollegen aus dem ambulanten und teilstationären Arbeitsfeld der Kinder und Jugendhilfe.

Wie (Selbst-)Mitgefühl den Blick auf sich und andere verändert
Manuela Meilinger

Systemische Coachin (DGSF);

Blickt man auf die aktuelle politische Situation, bekommt man den Eindruck als ob viele Menschen geprägt von Angst vor dem Abstieg, verbittert, sehnsüchtig nach etwas Großem und doch misstrauisch dem Leben gegenüber sind. Sie haben Schwierigkeiten Neuem und Fremden Wertschätzung und Mitgefühl entgegenzubringen. Doch es fehlt nicht nur das Mitgefühl für andere, sondern es mangelt vor allem an Akzeptanz und Wohlwollen sich selbst gegenüber. (Selbst-)Mitgefühl gilt als Grundvoraussetzung für eine tragfähige Beziehung zu sich selbst und damit auch zu anderen Menschen.

Im Workshop setzen wir uns damit auseinander was (Selbst-)Mitgefühl bedeutet, wie es im Coaching eingesetzt werden und zu welchen Veränderungen es beitragen kann. Neben Theorie und Diskussion steht die eigene Erfahrung durch Übungen in Achtsamkeit und Selbst-Mitgefühl im Vordergrund.

Für Einsteiger

Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen (Pablo Picasso) Und noch ein Spruch! Wie sich Aphorismen in der Sozialen Arbeit, Beratung und anderen Kontexten nutzen lassen
Ludger Kühling

Philosoph, kath. Theologe, Kulturwissenschaftler M.A., Systemischer Berater &  Therapeut (DGSF), Dozent für Systemische Beratung (SG), Systemischer Supervisor (DGSF), Lehrender Supervisor (SG), Systemischer Sozialarbeiter (DGsP); Langjährige Berufserfahrung in folgenden Arbeitskontexten: Suchtkrankenhilfe, Sozialpädagogische Familienhilfe, Aufsuchende Familientherapie, Gesellschafter des Systemischen Instituts Tübingen, Lehrender im Masterstudiengang Systemische Sozialarbeit an der Hochschule Mersebrug.

Sprüche lassen sich auf vielfältige und kreative Weise in den Kontexten Sozialarbeit, Therapie, Beratung und Supervision einsetzen. Insbesondere in schwierigen Lebenssituationen können mit Aphorismen neue Perspektiven entwickelt werden: Die Anlässe, mit Sprüchen zu arbeiten, können sein: eine Klientin ist skeptisch gegenüber Lösungsideen, ein Klient schildert seine Situation als hoffnungslos, eine SozialarbeiterIn sieht wenige Handlungsoptionen in der Begleitung eines Klienten, eine Familientherapeutin möchte etwas Neues ausprobieren, ein Supervisor möchte in der Supervision ein wenig philosophieren.

Im Workshop werden verschiedene Varianten, Aphorismen im Kontext der Beratung, Therapie und Supervision vorgestellt und diskutiert. Anhand eigener Fragestellungen der TeilnehmerInnen wird die „Sprücheberatung“ als Form der Ultrakurzberatung experimentell durchgespielt.

You never walk alone – Werteorientiertes Arbeiten mit inneren Anteilen
Walter Rösch

Die Auseinandersetzung mit eigenen Werten, Überzeugungen und Glaubenshaltungen wird als ein wesentlicher Bestandteil von Therapie, Beratung, Coaching, Supervision und in der Weiterbildung postuliert. Diese kann explizit oder implizit erfolgen.

In diesem Workshop wird eine Form expliziter „Werte-Arbeit“, die auf der Grundlage eines Teile-Konzeptes basiert, vorgestellt. Ausgehend von der These, dass es nützlich sein kann, Wertvorstellungen und Grundhaltungen „inneren RepräsentantInnen“ zuzuordnen, wird ein Vorgehen gezeigt und mit den Teilnehmenden durchgeführt, mit Hilfe dessen eigene Werthaltungen und innere Botschaften bzgl. der Arbeit mit Menschen identifiziert und differenziert erlebbar gemacht werden können.

„Ich kann so schwer leben“: Heilung von Gewalterfahrungen!?
Helmut Kuntz

Familientherapeut (DGSF), Körper(psycho)therapeut, Suchttherapeut, Referent für Fort- Und Weiterbildung, Supervisor, Autor

Spätfolgen von Nationalsozialismus in den Kinder- und Enkelgenerationen, Kriegs- und Gewalttraumata, Übergriffigkeiten und strukturelle alltägliche Gewalt prägen das seelische Erleben vieler Klienten und Patientinnen. Wie lässt sich in Psychotherapien mit gewaltigen Täterintrojekten und Übertragungen arbeiten, ohne ohnmächtig an zerstörerischen Anteilen zu scheitern? Im Workshop werden szenische Techniken und Methoden zum stabilisierenden wie heilenden Arbeiten mit Menschen demonstriert, deren Leiden jede ausschließlich verbale Therapie überfordern würden. Außerdem wird in Selbsterfahrung eine hoch wirksame imaginative Übung erprobt, mit deren Hilfe therapeutisch Tätige sich selbst vor einem Übermaß an Unheil, Dunklem, Schwerem, Leidvollem in ihrer heilsamen Arbeit dauerhaft schützen können.

Der Workshop richtet sich sowohl an Einsteiger wie Fortgeschrittene.

Worldwork
Christina Achner und Ruth Sander

Stadelhoferplatz, Zürich. Eine beliebte Einkaufsgegend im Zentrum, gut frequentiert. Nicht nur von wohlhabenden KonsumentInnen, sondern auch von Punkern aus ganz Europa und Drogenabhängigen. Nicht gut fürs Geschäft. Eine Aktionsgruppe schafft es, VertreterInnen aller Betroffenen zu einem Stadtforum einzuladen, das auf der Methode Worldwork basiert. Das Treffen verläuft stürmisch und endet friedlich, um nicht zu sagen, festlich.

Tiefe Demokratie ist die Einstellung, die dem Worldwork-Ansatz zu Grunde liegt. Damit ist gemeint, dass jeder Standpunkt, jede Einstellung zumindest ein bisschen eigene Berechtigung hat, die es gilt herauszufinden, damit Standpunkte auch wieder in Bewegung kommen können.

Wir wollen das Konferenzthema zum Anlass nehmen, um mit Ihnen interaktiv mit Worldwork zu arbeiten. Danach werden wir uns Zeit zum methodischen Austausch nehmen.

O’zapft is! – Systemische Wiesn
Theresa Döring und Berit Stowasser-Hofmann

Berit Stowasser-Hofmann, Systemische Sozialarbeiterin(DGsP); Master of Arts (Systemische Sozialarbeit); Juristin, Diplom-Mediatorin, seit 2003 im Kinder-und Jugendbereich tätig

Theresa Döring, Systemische Sozialarbeiterin(DGsP); Master of Arts (Systemische Sozialarbeit); zertifizierte Case Managerin (DGSF), seit 2009 in der klinischen Sozialarbeit tätig

O’zapft is! – Systemische Wiesn. In diesem Workshop soll es ein Feuerwerk der systemischen Methoden geben. Es tummeln sich unzählige praktische Übungen im Raum, die die Flexibilität von SozialarberiterInnen im Umgang mit Methoden im Berufsalltag enorm erhöhen sollen. Dabei kommt es nicht auf Ihr Arbeitsfeld oder Ihre AdressatInnen an, Schnelligkeit und Vielfalt sind gefragt. Wenn Sie Lust auf dieses Experiment haben, dann melden Sie sich an. Ihre ImpulsgeberInnen und ZeitmanagerInnen Berit Stowasser-Hoffmann und Theresa Döring (eine wunderbare Freundschaft und Ideenschmiede entsprungen aus dem systemischen Masterstudiengang von Prof. Dr. Herwig-Lempp)

Geeignet für Fortgeschrittene oder mutige Einsteiger Berit Stowasser-Hofmann-Leipzig, Systemische Sozialarbeiterin (DGsP); Master of Arts (Systemische Sozialarbeit); Juristin, Diplom-Mediatorin, seit 2003 im Kinder-und Jugendbereich tätig Theresa Döring – Dresden, Systemische Sozialarbeiterin (DGsP); Master of Arts (Systemische Sozialarbeit); zertifizierte Case Managerin (DGSF), seit 2009 in der klinischen Sozialarbeit tätig.

"Von VerACHTung- BeACHTung – ACHTung und zur systemischen ACHTsamkeit- Konflikte und Aggressionen verstehen, vorbeugen und resssourcenorientiert gestalten- das Modell der RessourcenACHT “
Anett Renner und Gesche Appel

Anett Renner (Dipl.Psych.), Entwicklerin des Modell der RessourcenACHT, SRM©, Syst. Beraterin*/Coach*/ Supervisorin* /Trauma- und Körpertherapeutin/ Lehr-Coach/Psychotherapeutin* (DGSF*)- berät Menschen, Teams, Unternehmen seit vielen Jahren zu Stress-, Gesundheits-, Konfliktfragen,   hat einen ganzheitlichen Ansatz zur achtsamen Gewaltprävention entwickelt.  Über 15 Jahre Ausbildungen und Supervision von therapeutischen und beraterischen Fachkräften, Leitung SACHT-Institut www.sacht-institut.de (psychosozialer Bereich) und SACHT Arbeitswelten www.einfachwirksam.de und Coaching-/ Therapiepraxis www.dieschoepferei.de, zahlreiche Publikationen, Entwicklerin mehrerer Online Diagnostikverfahren zu Stress, Burnout und Gesundheitsförderung

Gesche Anniki Appel, Syst. Beraterin (DGSF), Syst. Supervisorin, Organisationsberaterin und Coach (in Zertifizierung beim DGSF), Zertifizierte Coach/Trainerin für Systemisches Gesundheits- und Ressourcen-Management©, Gesundheitsförderung und Organisationsentwicklung im Gesundheitswesen, Gesundheit- und Krankenpflegerin mit langjähriger Tätigkeit in der klinischen Psychosomatik,

Aggressionen und Konflikte nehmen ihren Ursprung in einer ungleichen Bedürfnis- und Anforderungsbilanz. Sie entstehen auch aus ungünstigen Beziehungserfahrungen. Das erprobte Konzept der Systemische Achtsamkeit  nach Renner und zum Systemischen Ressourcen-Management (SRM) gibt Orientierung in Stress- und Aggressionssituationen, wenn nämlich Stress und Gefühle die Oberhand haben. Mit dem Modell der RessourcenACHT können bildlich konstruktive von destruktiven Phänomenen unterschieden und ressourcenorientiert beschrieben und destruktive Prozesse unterbrochen bzw. gewandelt werden. Dabei werden Bedürfnis- und Gefühlsregulation, systemische Zusammenhänge und unbewusste Prozesse fokussiert. Das Konzept ist Betroffenen und Fachkräften eine Hilfe, um Bedürfnisse zu beachten und achtsame gewaltfreie Lebens-, Lern- und Arbeitsräume zu gestalten. Mit seiner positiven Psychologie und analogen Methoden (Metaphern, Umgang mit Sprüchen, Ausgrenzung, Unterschiedlichkeit, gestaltpsychologischen und hypnosystemischen Verfahren) hilft es nicht nur Phänomene zu erkennen, sondern auch in Konflikt-, Ohnmachts- und Gewaltsituationen konstruktiv Beziehung zu gestalten. SRM  vermittelt eine Haltung, die es ermöglicht, mit Menschen unter Berücksichtigung ihrer Anforderungen und Bedürfnisse Ressourcen nutzbar zu machen. Das Konzept integriert Erkenntnisse und Methoden der Burnout- , Gewalt-/ Amok- und Suchtprävention und Traumarbeit (z.B. Egostates).

Im Vortrag/ Workshop wird das Konzept und die Tools der Systemischen Achtsamkeit und des SRM bildlich und praxisnah vorgestellt- mit Gesundheits-/Hirnforschungs-, Trauma- und Körpertherapie-Kenntnissen verknüpft  und Lust auf Emotionen und Krisen entfacht. Es gibt Einblicke in die Kontexte der Gewaltprävention, Intensivpädagogik, Psychosomatik und Aggressionen der Arbeitswelten, Geschichten von positiven Unterschiedserfahrungen sowie Raum für Inspiration, Bewegung, Verbindung und Praxistransfer.

 

 

"Wie halten wir es mit den Werten?“ Kunstperformance der FG syst. Seelsorge
Dr. Julia Strecker und Andreas Brennecke

  1. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
  2. Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten  als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

Soziale Gerechtigkeit braucht ein Fundament. Sie braucht tragfähige Werte, denen sich eine (Welt-) Gesellschaft verpflichtet fühlt. Ein solches Wertesystem sollte konkret genug sein, um solidarisch bindende Kräfte zu entfalten und ausreichend flexibel, um einen kreativen, kontextgemässen Umgang damit zu gewährleisten. 

Der Beginn der Reformation jährt sich in diesem Jahr zum 500. Mal, ein Ereignis, das seinerzeit mit den herrschenden Mustern brach und eine spätmittelalterliche Welt schwerster sozialer Verwerfungen nachhaltig verstörte und emanzipatorische Prozesse in Gang setzte. 

Religionen und Ideologien liegen in einem oft gewaltsam ausgetragenen Wettstreit miteinander.

Als SystemikerInnen versuchen wir, Ressourcen gegen den Status Quo zu aktivieren, Lösungsperspektiven gemeinsam und solidarisch zu entwickeln. 

Wir wollen uns gemeinsam in einer Kunstperformance mit einem „Thesenanschlag 2017“ auf die Spuren solidarischer und emanzipatorischer Veränderungsprozesse begeben.

In einer kreativen Aktion wollen wir unserem Wunsch nach Transformationen der bestehenden Systeme Nachdruck verleihen.

Systemisch Arbeiten in und mit Kommunen
Michael Kremin

Diplom-Pädagoge, Diplom-Verwaltungswirt (im Erstberuf)

Im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit sind „die Kommunen“ seit dem Jahr 2015 infolge der vielfältigen Aufgaben von Aufnahme und Integration der zahlreichen Flüchtlinge. Unter großen Druck waren vor Ort zunächst kurzfristige Lösungen zu finden und diese in weiteren Schritten um mittel- und langfristig wirkende Konzepte zu ergänzen. Diese enorme Herausforderung steht neben einer Vielzahl anderer, die sich z.B. aus dem demographischen Wandel ebenso ergeben wie aus den vielfältigen Erwartungen der Bürgerschaft an kommunale Dienstleistungen. Leistungsfähige Kommunalverwaltungen sind im wahrsten Sinne des Wortes hierfür ebenso notwendig wie ein aktives bürgerschaftliches Engagement über den Tag hinaus.

Vergangenheitsbewältigung versus Konsequenzen aus der Vergangenheit
Michael Stanislawski

Gründer des Institut für Fort- und Weiterbildung, IFW München; Lehrtherapeut Systemische Beratung/Therapie, DGSF; Lehrtrainer für Sytemisches Coaching, DGSF; Lehrbeauftragter an div. Universitäten und Fachhochschulen.

In diesem WS lernen Sie, wie Klienten und Coachees aus dem Erlebten in der Vergangenheit, klare Konsequenzen für eine bessere Zukunft folgern können.

Mit dieser Art sich vom Vergangenen lösend, in die Zukunft wendend, können sowohl alte Probleme/Krisen zw. Paaren, wie auch zw. MA und Chefs, bis hin zur Klärung von politischen Konsequenzen erreicht werden.

Also weg vom „weil es früher so war, bin heute immernoch so und so“; hin zu:“aus dem in meiner Kindheit erfahrenen Schicksal, ziehe ich heute als Erwachsener klare Konsequenzen für ein selbstgestaltetes Leben“.

Dieser WS ist sowohl für Fortgeschrittene als auch für Anfänger geeignet.

 

 

Die guten ins Töpfchen …(Teil 1)
Beate Jaquet und Christine Ziepert

Beate Jaquet, Diplom-Supervisorin (DGSv, DGSF), Familientherapeutin (DGSF, SG), Systemaufstellerin (DGfS), Lehrsupervisorin

Christine Ziepert, Diplom-Supervisorin (DGSv), Systemaufstellerin (DGfS), Lehrsupervisorin

Der methodische Schwerpunkt in diesem zweiteiligen Workshop wird auf einer Textaufstellung und einem begehbaren Genogramm liegen. Der Mittelpunkt ist ein Märchen, in dem alte archaische Grundmuster von Ausgrenzung, Scham, Verstoßen sein- und gleichzeitig  die Sehnsucht nach Liebe, Glück und Gesehenwerden- in Beziehung stehen. Dabei übernehmen die Teilnehmenden Rollenidentifikationen, die das Märchen anbietet. Durch die Aufstellung im Raum wird das Verhältnis der Figuren und Kräfte, die im Text vorkommen, mittels unterschiedlicher Methoden sichtbar. Es entsteht durch das Gesamtgefüge ein tiefer innerer Kontakt zum Thema „Von der Neutralität zur Parteilichkeit – SystemikerInnen mischen sich ein“, der überraschende Einsichten in sich birgt.

Dieser Workshop ist in zwei Teile aufgeteilt

Teil 1

12.10.2017 (90min)

Teil 2
13.10.2017 (90min)

„Armut von Kindern und Jugendlichen – Ursachen, Auswirkungen und Reformkonzepte“
Tanja Kuhnert und Jana Liebert

Tanja Kuhnert, M. A. Management Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Diplom Sozialarbeiterin, Systemische Beraterin, Familien-/Therapeutin, Supervisorin und Gesundheits-/Coach, Trainerin und Lehrende in der Fort- und Weiterbildung. Eigene Praxis in Köln. Sprecherin der Fachgruppe Armut und System, ehemalige Sprecherin der Fachgruppe Systemische Beratung von Menschen in Hartz IV (SGB II), Mitglied des Forum Gesellschaftspolitik. www.loesungsraum-koeln.de

Jana Liebert, M.A. Referentin für Soziale Sicherung beim Deutschen Kinderschutzbund Bundesverband e.V. mit den Schwerpunkten Kinder- und Familienförderung, Familienpolitik, Sozialpolitik, Bildung. Koordinatorin des Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG. www.dksb.de und www.kinderarmut-hat-folgen.de

Jedes sechste Kind gilt in Deutschland als arm – 19 Prozent, das sind 2,5 Millionen Kinder, leben von Leistungen auf Grundsicherungsniveau. Diese Zahlen zeigen: Kinderarmut hat in Deutschland ein erschreckendes Ausmaß erreicht. Sie spiegelt sich insbesondere in den Bereichen Bildung, Kultur, Soziales und Gesundheit wieder, aber auch im Selbstverständnis der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien. Welche Auswirkungen Armut von Kindern und Jugendlichen hat und wie das aktuelle System der Kinder- und Familienförderung mehr oder weniger erfolgreich Armut bekämpft, soll Thema dieses Workshops sein. Die Bedeutung von Armut für die Familiendynamik und deren Relevanz für Beratung und Therapie werden beleuchtet. Vorgestellt und diskutiert werden sollen Lösungsansätze wie die Einführung einer einkommensabhängigen Kindergrundsicherung und die Stärkung der kommunalen Infrastruktur. In verschiedenen Gruppen sollen weiterhin praktische Erfahrungen und Ansätze gesammelt und im Plenum gemeinsam diskutiert werden. Aus dem Workshop können Impulse für die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes gegen Kinderarmut ausgehen, das monetäre sowie Infrastrukturelemente verbindet. Das ermöglicht Fachkräften aus Kinder- und Jugendhilfe, Beratung und Sozialer Arbeit in ihren Handlungsfeldern die politische und gesellschaftliche Dimension von Kinderarmut besser einzuordnen und in den Fachdiskurs einzubringen.

Wie parteilich ist systemischer Kinderschutz?
Birgit Maschke

Ende der 80ger Jahre gab es erhebliche Auseinandersetzungen zwischen Fachkräften aus sogenannten „parteilichen“ Beratungsstellen gegen sexuelle Gewalt und Fachkräften aus systemisch orientierten Einrichtungen. Gegenseitig wurde sich fachlich falsches und schädliches Vorgehen vorgeworfen. Wie haben die hitzigen Diskussionen damals professionelles Handeln beeinflusst und haben sie heute noch Einfluss auf unser methodisches Vorgehen?

Macht es auch heute noch einen Unterschied, ob ich mich als Eltern oder Fachkraft mit meiner Bitte nach Beratung und Unterstützung an eine parteilich orientierte Beratungsstelle wende oder an eine  Erziehungsberatungsstelle?
Sie erwartet u.a. die Präsentation ausgewählter Ergebnisse einer Fachkräftebefragung von 2015, Rollenspiel und Zeit für Austausch.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene geeignet.

Tango Argentino: Freedom through connection
Frauke Nees

Dipl.-Psych., Personzentrierte Psychotherapie (GwG, HPG), Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT); 

Erfahrene Improvisationsschauspielerin, professionelle Tangotänzerin, profunde Kennerin der lateinamerikanischen Lebensart durch langjährigen Aufenthalt in Buenos Aires; Verbindet analytische und empathische Fähigkeiten mit der Wandlungskraft, die der Improvisation innewohnt, der Leidenschaft des Tango Argentino und ihrer interkulturellen Erfahrung; Erfolgreiche Arbeit mit Firmen-Verbesserung der internen Kommunikation; Unterstützung von Einzelpersonen mit Leitungsposition; Arbeitet mit Unternehmen, im psychosozialen Bereich und in der Weiterbildung.

Im Tango werden keine Schrittsequenzen aus dem Kopf getanzt, sondern alles wird improvisiert. Deshalb ist die Kommunikation und Beziehung im Paar besonders wichtig. Sie experimentieren mit der Erfahrung zu führen und geführt zu werden,  was sowohl Verantwortung als auch Vertrauen und Hingabe erfordert.

Mit Übungen aus dem Tango Argentino werden wir folgende Fragestellungen erfahrend explorieren: Was haben eine Diktatur wie die ehemalige DDR oder Kuba und häusliche Gewalt gemein? Wie muss Führung aussehen, damit Menschen folgen wollen? Kann ein einfacher Rollen- und Perspektivenwechsel tiefe Veränderung bewirken? Was wäre, wenn beide Partner folgen statt gemeinsam zu führen?

 „Don´t walk in the the footsteps of the masters. Search what they were searching for."

 Das Angebot richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an Fortgeschrittene.

Großelternsysteme
Prof. Dr. Friedebert Kröger

Prof. Dr. Friedebert Kröger; FA für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie; FA für Innere Medizin; Derzeit tätig in Weiterbildung und Supervision ; 5-facher Großvater; Lehrtherapeut Systemische Therapie (DGSF); Supervisor Systemische Therapie (DGSF); Balintgruppenleiter ( Deutsche Balintgesellschaft ); Gründungsvorstand der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung  und Familientherapie (DGSF)

 

Großeltern repräsentieren in Familien die Verbindung zur Vergangenheit, Eltern stehen für die Gegenwart, Kinder verbinden mit der Zukunft.

Die Übergänge sind  fließend.

Eltern heißen die Partnerin oder den Partner ihrer Kinder im Familiensystem willkommen (oder auch nicht), die Integration der/des Fremden stellt sie vor neue Aufgaben. Eltern erleben ihre Kinder als Eltern und (Enkel)-Kinder lernen ihre Eltern als Kinder ihrer Großeltern kennen.

Paare haben es mit „meinen Eltern“ und „Deinen Eltern“ zu tun, die die Wertesysteme zweier Herkunftsfamilien repräsentieren. Als Eltern sind sie sehr häufig auf deren Unterstützung angewiesen.

Im Kurs wollen wir uns dieser Komplexität und deren Potential für Therapie und Beratung aus der Sicht der Großeltern, Eltern und Kinder in Übungen und Reflexionen annähern.

Reife Liebe - Spezielle Aspekte der sexualtherapeutischen Arbeit mit Klienten im höheren Alter
Christoph Schubert

Christoph Schubert ist Diplom-Psychologe, Systemischer Therapeut, Körpertherapeut, Verhaltenstherapeut und Sexualtherapeut mit Tantraausbildung. Er arbeitet in eigener Praxis und unterrichtet in Grundlagen der Sexualtherapie in Ulm. Er ist seit einigen Jahren insbesondere mit dem Ansatz von Dr. David Schnarch verbunden.

In diesem Workshop soll es um die besonderen Veränderungen gehen, die Sexualität im reiferen Alter prägen. Es sollen die besonderen Kontextbedingungen der Liebe in dieser Lebensphase verstanden werden. Dabei ist die Sehnsucht nach erotischer Begegnung oft groß und die Mittel zu aktiverem Sex sind heutzutage eher vorhanden, gleichzeitig erlebe ich viel Mutlosigkeit bei diesem Thema. Auch der Umgang mit gesundheitlichen Problemen und vor allem die vielen Glaubenssätze sollen reflektiert werden, die immer noch die Einstellung der Sexualität im Alter prägen, eine negative sexuelle Einstellung konstruieren und die oft zur Aufgabe der erotischen Aktivität führen. Auch der Umgang mit sexuellen Störungen ist oft resignierter und blockierter: „In meinem Alter wird das nichts mehr!“ sagen viele Klienten.  Ich möchte mit Ihnen die eigenen Einstellungen zur Sexualität im Alter überprüfen, einige Informationen geben und einige, in meiner Praxis bewährte Ansätze zu lebensaltersgerechten Behandlungsstrategien vorstellen und diskutieren.

 

 

 

Frieden – wie geht das? - einfach systemisch gesehen -
Frieder Fahrbach

Frieder Fahrbach ist Einzel-, Paar- und Familientherapeut.

Frieden ist nicht einfach die Abwesenheit von Krieg oder Konflikt. Insbesondere in einer globalisierten Welt, wenn die Kriegsfolgen zu uns kommen. Krieg und Gewalt  gibt es auch ohne einen einzigen Schuss – Wirtschaftskrieg, Cyberwar, strukturelle Gewalt ….

„Wenn Du den Frieden willst, bereite den Frieden vor“ sollte es heißen, aber häufig fehlen uns Vorstellungen und Bilder vom Frieden, wie das geht - so gibt es ein Verteidigungsministerium, aber kein Ministerium für Frieden. Frieden kann aus einer Kultur der Gerechtigkeit, des Interessensausgleichs und aus  gewaltfreien Konfliktlösungen auf ganz verschiedenen menschlichen und gesellschaftlichen Ebenen entstehen. Frieden muss gepflegt werden wie eine Beziehung. Dafür braucht es eine ganzheitliche Friedenskultur in der Zivilgesellschaft, in der Politik und in der (Welt)Wirtschaft.

Als Systemiker*innen haben wir geeignetes Handwerkszeug  zum Verständnis und Umgang mit Konflikten und können wichtige Lösungsimpulse zu dieser Entwicklung beitragen  – trauen wir uns nach draußen!

Der Workshop gibt Anregungen, was jede*r Einzelne tun kann, um eine solche Friedenskultur in sich selbst zu entwickeln und auf seine/ihre Weise nach außen in die Gesellschaft zu tragen.

Inputs und Übungen, bitte Schreibzeug mitbringen.

 

 

Das Handbuch - Qualifizierung für die KoordinatorInnen des Netzwerkes Frühe Hilfen
Dr. Andreas Eickhorst, Michaela Herchenhan und N.N.

Teil I: NZFH - Forschung meets Praxis

 

Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes zwischen Nationalem Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und der DGSF  entwickelte sich bei der Planung und Durchführung der Fortbildung für die NetzwerkkoordinatorInnen der Frühen Hilfen dieses Handbuch. Es soll als Anleitung und Reflexionsfolie für grundlegende und weiterführende Qualifizierungen der koordinierenden MitarbeiterInnen in den Frühen Hilfen genutzt werden. Ein ehemals systemisches Weiterbildungsinstitut der DGSF – Ochs & Orban- war mit der Konzeption und Durchführung des Fortbildungsmoduls  von der DGSF beauftragt. Für die begleitende Forschung war  das Institut Univation tätig. VertreterInnen aller beteiligten Organisationen haben das Handbuch gestaltet.

In diesem – ersten von zwei – Workshop(s) stellen Vertreter der Forschung im NZFH, der DGSF sowie aus der anwendenden Praxis die Wissensgrundlage für das im Fokus stehenden Handbuch vor und möchten diese mit den potentiellen Anwendern diskutieren. Dabei werden unter anderem Ergebnisse der nationalen und repräsentativen Studie „Kinder in Deutschland o-3“ des NZFH an über 8.000 Familien vorgestellt.

Der Forschung zugrundeliegende Kernfragen dabei sind:  

·       Wie kommen die Frühen Hilfen in die Familien?

·       Wie kommen die Familien in die Netzwerke Frühe Hilfen?

·       Welche Bedarfe haben die betreffenden Familien überhaupt? 

 

Ziel dieses Workshops ist es, die Verbindung von zugrundeliegender Bedarfs- und Versorgungsforschung und einem praktischen Produkt für Anwender deutlich zu machen und zu diskutieren.

 

Der Teil II des Workshops „NZFH - Forschung meets Praxis“ findet am Freitag, den 13.10.2017 statt.

 

 

Freitag 13. Oktober 2017

"gender" und "diversity" - da stehen SystemikerInnen drüber?
Gunda Busley und Markus Chmielorz

Markus Chmielorz; Diplom-Sozialpädagoge, Diplom-Pädagoge, systemischer Therapeut/Familientherapeut (DGSF), wohnt in Dortmund, leitet in Bochum die psychosoziale Beratungsstelle des Vereins "Rosa Strippe" für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Menschen und ist als Heilpraktiker (Psychotherapie) in freier Praxis in Unna tätig (www.psychotherapie-chmielorz.de).

Gunda Busley; Systemische Supervisorin und Coach (DGSF/DGSv/SG), Lehrsupervisorin in freier Praxis in Bochum, Schulentwicklungsbegleiterin der WÜBBEN-Stiftung, Regionalgruppensprecherin östliches Ruhrgebiet. GB sieht ihre Aufgabe darin, Räume zu schaffen, in denen Einzelne, Teams oder Organisationen wundervoll und autonom Lösungen kreieren können. (www.supervision-busley.de) 

Nur mal angenommen wir stünden drüber und könnten von oben oder von ganz wo anders Blicke auf gender- und diversity- Dimensionen in Beratung, Therapie oder Supervision werfen. Das könnte so gehen: Vier Tische, vier Perspektiven: biografisch / professionsbezogen / konstruktivistisch / Wirkung für meine Kund*innen. Mögliche Impulse: Wo, wann und mit wem sind für mich persönlich und beruflich Unterscheidungen bedeutsam geworden, die mit "gender" und "diversity" einhergehen? Welche Konstruktionen zu sexueller und geschlechtlicher Identität nehme ich wahr und wo aktualisieren sie sich in Beratung? Wie wird sich meine Arbeit mit den Klient*innen nach dem Workshop verändern? Mitmachen erwünscht.

Humane Arbeit und Burnout-Prävention - Gesund und erfolgreich: Forderungen an eine humane und effiziente Arbeitspraxis
Max Reinholz und Matthias Bertram

Effizienz und Gesundheit stehen unter Druck. Zudem sind die drastischen Zäsuren durch Globalisierung und Digitalisierung erst in den kommenden Jahren zu erwarten.

Die Veränderungsbereitschaft der arbeitenden Menschen ist das Nadelöhr, durch das eine nachhaltige Entwicklung geführt werden muss.

These ist: Die Bestimmungsgründe für wirtschaftlichen Erfolg und für die Gesundheit der Beschäftigten sind in weiten Teilen deckungsgleich.

Der Workshop beleuchtet den systemischen Zusammenhang und erarbeitet Vorschläge, wie die Einführung einer salutogenen Organisation auf betrieblicher wie auch gesellschaftspolitischer Ebene gefördert werden kann.

Das Angebot wendet sich an Einsteiger und Fortgeschrittene, da jeder mit hinreichend Arbeitspraxis hier mit-denken und –diskutieren kann.

Wie kann ich Flüchtlingen ein Stück Heimat schenken?
Dr. med. Daniel Dietrich und Ursula Wolter-Cornell

Flüchtlinge verlieren ihre Heimat, erleben unterwegs vielfältige Schrecken und nicht immer freundliche Bedingungen in Deutschland. Oft sind sie vier Monstern der Entwürdigung ausgesetzt: der Beschämung durch die Verletzung des intimen Raums und der Würde durch andere Menschen, der Erniedrigung durch die Behandlung als Objekt, der Gewalt mit körperlichen und seelischen Verletzungen und dem ins Leere gehen. 

Gerade das vierte Monster ist für uns von grosser Bedeutung: Ins Leere gehen bedeutet, dass Flüchtlinge versuchen sich anzulehnen - doch wer gibt Halt? In diesem Workshop werden Sie sich damit auseinandersetzen können, ob Sie, als systemisch denkende und handelnde Menschen, ein Gegenüber sein können und wollen. Wie, wann und wofür möchten Sie sich einmischen und als Mensch und in Ihrer professionellen Rolle Flüchtlingen ein Gegenüber sein.

 

Für Anfänger und Fortgeschrittene

Öffentlicher Raum: Systemische Beratung in Politik und Planung
Dr. Anne Ritzinger und Dr. Christoph Ewen

Im öffentlichen Raum legt die Politik verbindliche Regeln für die Gesellschaft fest. Die Verwaltung wendet diese Regeln an und die Zivilgesellschaft diskutiert und mischt sich ein – was zu Rückkopplungen führt. In der Folge betreiben Fachleute Planung, die die Gestalt des öffentlichen Raums verändert. Beraterinnen und Berater begleiten dies, bearbeiten Konflikte und bringen die Akteure ins Gespräch.

Die Anwendung systemischen Denkens und Handelns in Politik und Planung stellt für uns eine hilfreiche Herangehensweise dar. Das Handwerkszeug für Reflexion und Intervention ist vergleichbar der systemischen Arbeit in anderen Bereichen, die Rahmenbedingungen und Handlungslogiken der Akteure  sind jedoch z. T. in entscheidender Form unterschiedlich.

Die Teilnehmenden am Workshop lernen anhand praktischer Beispiele unsere systemische Arbeit in Verwaltung und Beratung kennen. Mit aktivierenden Methoden werden wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Herangehensweisen in unterschiedlichen systemischen Arbeitsfeldern reflektieren. Beispiele können z. B. Konflikte um Windenergieanlagen, Stadtplanungsfragen oder ähnliches sein.

Angebot für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Interkulturelle Öffnung praktisch umgesetzt – über das Bohren dicker Bretter
Susanne Bourgeois und Andreas Schmitz

Susanne Bourgeois (Supervisorin, Dipl. Pädagogin)

Andreas Schmitz (Dipl. Päd.)

Viele Organisationen und Systeme beschäftigen sich derzeit mit Strategien Interkultureller Öffnung, um auf aktuelle demografische und soziale Herausforderungen zu reagieren und förderpolitische Vorgaben zu erfüllen. Dabei ist die Verzahnung von Sensibilisierung  im Umgang mit kultureller Vielfalt mit deren Übertragung auf konkrete Veränderungsprozesse in der Organisation die Voraussetzung für einen nachhaltigen Changeprozess.

Die ReferentInnen berichten aus ihrer Beratungs-Erfahrung in unterschiedlichen Wohlfahrtsverbänden und Kommunen und geben einen Überblick über zentrale Herausforderungen auf dem Weg zur interkulturellen Öffnung.

Angebot für Fortgeschrittene.

„Die haben uns gekauft.“: Leitungen in Fusionsprozessen und ihre narrative Identität
Veronika Frankenberger

Lehrende am misw, Change Management Beraterin und Coach, Doktorandin an der Henley Business School;DGSF-Jah

  1. „Die haben uns gekauft.“: LeitungeninFusionsprozessen undihrenarrative Identität
  2. Veronika Frankenberger, Lehrende am misw, Change Management Beraterin und Coach, Doktorandin an der Henley Business School 
  3. Wenn Einrichtungen oder Unternehmen fusionieren, entsteht häufig eine Gewinner- und eine Verlierergruppe. Über die Profiteure solcher Akquisitionen gibt es zahlreiche Beispiele und Fallstudien. Wir nehmen in unserem Workshop bewusst die Seite der Verlierer in den Blick:

    a) Welchen Einfluss hat die massive Unsicherheit auf die Leitungen?
    b) Wie kann aus ihrerer lebten Kränkung eine stabile neue Arbeits-Identität entstehen?
    c) Wie können sie diese Arbeits-Identität so formulieren, dass sie den Mitarbeitern Orientierung vermitteln?
    d) Wie können wir als Prozess-Begleiter dazu beitragen, dass sie diese Krise als Gewinn erleben?

Der Workshop richtet sich an neugierige und aucherfahrene Begleiter von Veränderungsprozessen, insbesondere bei Fusionen, Mergern und Akquisitionen.

Mentale Stärke und Agile Führung im komplexen Umfeld – oder: wie wir organisationale Spannungsfelder und Zielkonflikte bestmöglich bewältigen
Dunja Lang

MBA, Dipl. Soz.päd. (FH), Geschäftsführerin Dunja Lang Consulting; unterstützt Unternehmen und deren Führungskräfte bei agilen Transformationsprozessen und der Bewältigung von Komplexität. Als zert. Coach (Gunther Schmidt, DBVC, u.a.) sowie systemische Supervisorin (DGSF), zert. Senior-Project Manager (IPMA, Level B), integriert sie verschiedene “systemische Schulen” zu einem neuen Programm-Menü.
www.dunja-lang-consulting.de

Permanente Veränderungen und ein hoher Beschleunigungsfaktor in Organisationen machen Führung zu einer sehr anspruchsvollen Herausforderung. Die systemischen Spannungsfelder sowie ungeklärte Zielkonflikte und hoher Arbeitsdruck in der Organisation spiegeln sich bei Führungskräften und Mitarbeitern oft im Erleben von Hilflosigkeit, Resignation oder sogar „Burnout“ wieder – ohne dass eine eigene Perspektive gesehen wird, auf diese Ambivalenzen und Zielkonflikte reell Einfluss nehmen zu können.

Um Klienten zu befähigen, sich in den multiplen Spannungsfeldern der Organisation optimal zu bewegen, braucht es andere, innovative Ansätze, die organisationale Muster der Gesamtorganisation und komplexe Arbeitskontexte (internationale Teams, Digitalisierung, Industrie 4.0, New Work Konzepte, Agiles Führen) wirkungsvoll in die Beratung einbeziehen.

Ein Systemischer Blick im Unternehmenskontext „Konzern“
Adele Brucks

Einführung    
Akt. Bsp. Boni

Station I         
Vortrag über RACI Model, welches in Org. genutzt wird, um Verantwortungen zubeschreiben. Impuls: systemische Sichtweise

Station II       
Gesundheit: Wie kommt es zum „Ärztekreisel“ & wie kann dieser unterbrochen werden; Einschätzung der Teilnehmer

Station III     
Firmenmission vs. -kultur: Unternehmen zeigen sich häufig nach außen familienfreundlich und gesundheitsbewusst; Wirkung auf Teilzeitmitarbeiter – ein Fallbeispiel – wie Kultur im Unternehmen wirken kann; Provokation & Diskussion

Station IV     
Bedeutung & Wert: Welchen Einfluss/Verantwortung hat ein „Systemiker“, um über den Einzelnen einen Effekt auf das Ganze zu bewirken; Ideensammlung der TN

Station V       
Übungen zum Mitmachen – wie kann der Körper positiv auf die Psyche wirken (3 Beispiele)

Abschluss – Austauschrunde

Systemisch Führen – wirksam Führen
Thomas Reyer

Systemischer Lehrtherapeut (DGSF), Organisationspsychologe; Fachbereichsleiter und Dozent für Sozialpsychologie & Beratung an der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid; www.kulturellebildung.de/fachbereiche/sozialpsychologie-beratung/

Zum Chef geboren oder von der Pike auf gelernt? Führung ist eine herausgehobene Rolle, die in Wechselwirkung mit der jeweiligen Situation steht: Sie hängt von Struktur und Ressourcen von Organisation, Mitarbeitern, Arbeitszielen und Führungsverständnis ab und prägt diese gleichermaßen.

Die Leitung und Entwicklung von Personal und Organisationen ist eine besonders komplexe Aufgabe: Sie erfordert hohe fachliche, kommunikative und reflexive Kompetenzen sowie fundiertes Management-Know-How – außerdem auch Systemkompetenz und Prozessdenken.

Was macht Führung wirksam? In diesem Workshop wird Führung aus systemischer Perspektive rekonstruiert und Schlussfolgerungen zu den erforderlichen personalen Kompetenzen gezogen.

Schön, dass Sie da sind! – Ideen für väterfreundliche Entwicklungsräume
Ansgar Röhrbein und Andreas Eickhorst

Andreas Eickhorst, Dr. rer. nat., Dipl.-Psychologe; Promotion über Vatererleben; seit 2013 Wissenschaftlicher Referent beim Nationalen Zentrum Frühe Hilfen am Deutschen Jugendinstitut in München.

Ansgar Röhrbein, Dipl.-Pädagoge, war zunächst Pädagogischer Mitarbeiter der Katholischen Familienbildungsstätte Essen.

Das Bild von Vätern und vom Vater-Sein hat sich auch in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Zum einen wollen immer mehr Väter aktiv ihre Rolle(n) gestalten und leben, zum anderen sehen sie sich zahlreichen Erwartungen anderer und der Gesellschaft gegenüber. So sollen sie (von Anfang an) einen liebevollen Umgang mit den Kindern pflegen, im Haushalt präsent und im Beruf flexibel sein. Und vor allem die Zeiten zum Wohle der Familie und der Partnerschaft kombinieren. Diverse Beratungs- und Unterstützungsangebote können hier von Beginn an die elterliche Kommunikation und Kooperation unterstützen und zu einem Gelingen der Familie beitragen. In der Praxis von Pädagogik und Beratung gestaltet sich die Umsetzung dieser Idee jedoch nicht immer so einfach, wie es der gute Gedanke vermuten lässt. Oftmals brauchen Väter etwas Zeit oder kleinere Um-Wege um „anzubeißen“ und sich auf die unterschiedlichen Angebote der Familienbildung, der Frühen Hilfen  oder der Erziehungs- und Familienberatung einzulassen.

Andreas Eickhorst und Ansgar Röhrbein laden in diesem Workshops dazu ein, gemeinsam der Frage nachzugehen, welche „Tür-Öffner“ die Arbeit mit Vätern erleichtern können (und welche „Tür-Schließer“ man lieber vermeiden sollte) und präsentieren dabei einige gelungene Beispiele aus ihrer langjährigen Berufspraxis. Durch einen bunten Mix aus Theorie, Forschung und Praxis werden den Teilnehmer(innen) erste Einblicke gewährt, die dazu einladen sich mit Vätern in unterschiedlichen Lebenslagen zu befassen und ihnen (humorvoll) zur Seite zu stehen. Darüber hinaus lenken sie den Blick auch auf haltungsspezifische Aspekte, die den Zugang für Väter erschweren oder begünstigen können.

Angebot für Einsteiger

TRT (to reflect and to trust) – Erzähl dein Leben und deine Familiengeschichte!
Dr. Helmut Wetzel

Obwohl die NS Zeit nur zwölf Jahre gedauert hat, hat sie eine unvorstellbare, zerstörerische Gewalt und Unmenschlichkeit entfaltet. Eine ganze Generation wurde zu Tätern und Opfern oder war beteiligter „Zuschauer“. Wir Nachgeborenen wurden zwangsläufig in deren Geschichte verwoben und können noch heute in uns die Nachbeben spüren. Der israelische Psychologe Dan Bar On hat sich als einer der ersten mit den mehrgenerationalen Auswirkungen von Krieg und Holocaust beschäftigt. Anfang der 90er Jahre hat er Kinder und Enkel von hochrangigen Nazifunktionären und Überlebenden der Shoah nach Israel eingeladen, miteinander über ihre Familiengeschichten zu sprechen. Über diesen viertägigen Workshop gibt es eine einzigartige Dokumentation. Der 45-minütige Film „The Children of the Third Reich“ soll als Anregung für eine kollegiale und fachliche Diskussion dienen:

  • Die Struktur des Familiengedächtnisses und die Dynamik familiärer Erinnerung
  • Deutsche und jüdische Familiengeschichte in der Mehrgenerationen

Perspektive
TRT: Dialogarbeit als Wege zur politischen Verständigung und Versöhnung

Ich schaffs – lösungsorientiertes Begleiten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Christina Achner und Birgit Dissertori

Christina Achner, Heilpädagogin; Diplomlehrgang: Prozessorientierte Psychologie (in Ausbildung); Dozentin für Systemische Beratung und Lehrender Coach (SG, DGSF); Systemische Therapeutin (SG); Team- und Organisationsberaterin, Moderation und Facilitation; Coaching für Menschen mit dem Wunsch nach Eigenreflexion, Lernen und Weiterentwicklung

Birgit Dissertori, Supervisorin (Systemische Gesellschaft und Deutsche Gesellschaft für Supervision); Coach (Berufsverband für Supervision & Coaching in Südtirol); Coach und Personalentwicklerin für private und  öffentliche Dienstleistungsunternehmen, Trainerin in verschieden Fort- und Weiterbildungsinstituten in Südtirol, Österreich und Deutschland; Kursleiterin von Systemischen Beratungslehrgängen, die von der Systemischen Gesellschaft zertifiziert wurden. Pädagogische Leiterin eines Familienbildungshauses Lichtenstern/Südtirol

In Deutschland lebt eine große Anzahl von Jugendlichen mit Migrationshinter-
grund. In diesem Zusammenhang ergeben sich sozial wie gesellschaftspolitisch zahlreiche Fragen nach einem gelingenden Zusammenleben, nach Betreuung, Integration, Konfliktlösung.

ich schaffs bietet hierfür einen lösungsorientierten Ansatz systemischen Coachings an, der in der Begleitung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund erfahrungsgemäß zu guten und tragfähigen Ergebnissen führt.

Der Ansatz fühlt sich der Allparteilichkeit und der Bereitschaft zu Kooperation verpflichtet, beides Grundvoraussetzungen für eine gelingende Vielfalt und einen respektvollen Umgang mit Unterschiedlichkeiten.

In unserem Workshop wollen wir einen Lernprozess eröffnen und anhand von alltäglichen Erfahrungen in der interkulturellen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern das ich schaffs Programm erproben.

Neben Theorie-Inputs zu einzelnen ich schaffs Tools stehen die Einübung in Kleingruppen und der Austausch über einfach umzusetzende Maßnahmen zur Alltagsgestaltung im Vordergrund.

Das erstarrte Mobile: Traumata und Traumafolgestörungen in Familien
Alexander Korittko

Dipl. Sozialarbeiter, Systemischer Lehrtherapeut und Lehrsupervisor, Mitbegründer des Zentrums für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen (zptn), Autor von „Posttraumatische Belastungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Störungen systemisch behandeln.“ Carl Auer, Heidelberg 2016, und zusammen mit K. H. Pleyer Autor von „Traumatischer Stress in der Familie“, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen, 5. Auflage 2016.

Ohne Frage: zu den schwersten Traumatisierungen, die Menschen erfahren können, zählen die Miss-handlungen und Vernachlässigungen in der eigenen Familie. Darüber hinaus wird jedoch oft unterschätzt, wie schwer es für Eltern und Kinder auch in anderen Kontexten sein kann, mit den Auswirkungen von traumatischem Stress umzugehen. Die „Traumata von außen“ werden die in diesem Seminar im Mittelpunkt der Überlegungen stehen: Überfälle, Verkehrs- oder Haushalts-Unfälle, plötzliche Krankheits- oder Todes-mitteilungen, Kriegs- und Bürgerkriegserlebnisse, Brände, Hundeattacken, all diese traumatischen Ereignisse können einen erheblichen Einfluss auf  die Psyche von Eltern und Kindern haben und auf die Art und Weise, wie sich Familien verhalten. Das erstarrte Mobile steht als Metapher für die Wechselwirkungen der einge-frorenen familiären Interaktion und für systemische posttraumatische Bewältigungsversuche. 

Es werden nach kurzen theoretischen Erörterungen Interventionen gezeigt, die in der Arbeit mit Einzelnen und Familien dazu beitragen können, Wege aus der Erstarrung zu eröffnen. Welche Interventionen sind kurz nach einer traumatischen Einwirkung hilfreich? Wie kann man mit Eltern und Kindern gemeinsam trauma-orientierte Beratung und Therapie durchführen? Diese und andere Themen werden erörtert, Interventionsformen werden demonstriert.

 

 

Erste Sitzung bei Migrantenfamilien/Auftragsklärung
Benjamin Bulgay

Leitung:  Dipl.-Päd. Benjamin Bulgay

In diesem Workshop werden den Teilnehmern ausgewählte Grundlagen der systemisch-interkulturellen Arbeit in Kurzform vermittelt. Bei den Grundlagen wird es vor allen Dingen um die Begrüßung und die Auswahl des Gesprächspartners gehen.

An praxisnahen Beispielen wird eine erste Sitzung in einer Migrantenfamilie mit Auftragsklärung geübt. Auf mögliche „Fettnäpfchen“ wird aufmerksam gemacht, damit diese vermieden werden können.

Angebot sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene

Kriegsenkel in Therapie und Beratung. Vom Leid zur Ressource mit My Life Storyboard
Ingrid Meyer-Legrand

Für die Kriegsenkel, den Kindern der Kriegskinder des 2. WK, ist nicht nur die Frage wichtig: Wie ist mit der „Schuld von Opa“ umzugehen? Sie fragen auch: Wie lässt sich mit dem schweren Erbe leben, das die häufig traumatisierten Eltern transgenerational weitergegeben haben?

In den Lebensgeschichten der Kriegsenkel auch Ressourcen zu entdecken, ermöglicht eine von mir entwickelte Zeitlinien-Methode – My Life Storyboard. Hier werden nicht nur die vorangegangenen Generationen, sondern auch der Teil der Geschichte reflektiert, den die Kriegsenkel selbst mitgestaltet haben.

Flucht und Vertreibung
Valeska Riedel und Birgit Webel

Valeska Riedel, Dipl. Soz.Päd., Systemische Beratung und Therapie, Mediation, Kinder- und Jugendlichentherapie, Lehrende (DGSF) und Institutsleitung Miramis Institut Nürnberg

Birgit Webel, Dipl.Soz.Päd., Heilpraktikerin, Systemische Therapeutin und Supervisorin (DGSF)

Das Kriegsgeschehen, Verlust von Heimat und Identität, Hunger und Wiederaufbau im Nachkriegsdeutsch-land bis hin zum Mauerfall, haben nicht nur bei unseren Eltern und Großeltern Spuren hinterlassen. Die Ereignisse wirken sich bis heute aus auf individuelle Lebenswelten und die Beziehungen der vergangenen und gegenwärtigen Generationen.  

Was genau heißt das für uns persönlich und für unser Arbeiten in Beratung und Therapie?

Sich der sehr persönlichen Folgen aus historischen Ereignissen bewusst zu werden und dadurch über-raschende Antworten für das Leben in der Gegenwart zu erhalten, ist sowohl für Klienten als auch für Professionelle ein lohnenswerter, oft befreiender Prozess. Schmerzliches Erbe kann sich in Stärke verwandeln, wenn wir uns und unsere Familiengeschichte besser verstehen lernen.

Die Referentinnen vermitteln fundiertes Wissen über ein immer noch oft ausgeblendetes Thema. Bewegt und bewegend geben sie Impulse, der Vergangenheit einen guten Platz in uns und unserer Gegenwart zu verschaffen.

Der Workshop lädt ein zu abwechslungsreichen Methoden, lebendigen Diskussionen und Achtsamkeit miteinander.

The Body matters: Bodies make a difference
Penelope A. Best und Beatrix Weidinger-von der Recke

Beatrix Weidinger-von der Recke, Dance Movement Psychotherapist; (Dipl.-Psych; MCAT, PPT)
Penelope A. Best, Senior Dance Movement Psychotherapist; (MCAT, ADMP UK, UKCP reg.)


Bodies are not neutral. Bodies are given different values. Bodies are political entities. Bodies are dynamic eco-systems. 

Our perspective is that the body is the source of knowing in every human encounter. 

Within this experiential session we will offer opportunities for you to explore concepts of neutrality and engagement in your body and how this could contribute to your practice.  

  • What happens to my body when working with a family system?
  • How do I behave verbally and nonverbally?
  • What am I paying attention to?
  • What might I be communicating to the family through my body?

We invite you to investigate and reflect upon the interpersonal spaces and mutual influences between your body and the bodies of others. We will move with simple tasks, listen to the body and make connections to practice.

Theoretical links and references will be available at the end of the workshop.

The Body Matters: Körper machen den Unterschied

Körper sind nicht neutral. Körper werden unterschiedlich bewertet. Körper sind politische Einheiten. Körper sind dynamische ökologische Systeme.

Unser Verständnis ist, dass der Körper die Quelle des Wissens in allen menschlichen Begegnungen darstellt.

In diesem experimentellen Workshop möchten wir Ihnen Möglichkeiten bieten, die Konzepte von Neutralität und Einmischung körperlich zu erforschen und herausfinden, wie Sie diese hilfreich in Ihrer beruflichen Praxis verwenden könnten.

  • Was geschieht in meinem Körper, wenn ich mit einem Familiensystem arbeite?
  • Wie verhalte ich mich verbal und nonverbal?
  • Worauf achte ich besonders?
  • Was kommuniziere ichmöglicherweise mit und durch meinem Körper?

Wir laden Sie ein, die interpersonalen Räume zwischen Ihrem Körper und den Körpern von anderen sowie die wechselseitigen Einflüsse zu erforschen und zu reflektieren.

Wir werden uns mit einfachen Aufgaben bewegen, auf den Körper hören und Verbindungen zur Praxis herstellen.

Über theoretische Bezüge und Referenzen werden am Ende des Workshops sprechen.

 

 

Neue Autorität im Inneren Team
Nicole Saathoff

Bei die Übertragung des Konzeptes der Neuen Autorität (Haim Omer) auf das Innere Team (nach Schulz von Thun) werden im Inneren Team Mitglieder identifiziert, die eine Neigung zu den Säulen der Neuen Autorität haben, wie z. B. Netzwerkarbeit oder Eskalationsvermeidung.

 Im Workshop erarbeiten wir mit einem beispielhaften Inneren Team im Sinne der Ressourcenorientierung zum einen die wertgeschätzten hilfreichen Eigenschaften, zum anderen aber auch den problematischen Aspekt, der das Team und die Person so stark beeinträchtigt.

 Im Sinne der Neuen Autorität leisten wir diesem hinderlichen Anteil Widerstand, indem wir eine Ankündigung formulieren, die dem gesamten Inneren Team vorgelesen wird.

Auch für Einsteige.

Arbeitsfeld Kindertageseinrichtung – Biografie und Professionalität vereint
Sarah Kinkel

Erzieherin, Kindheitspädagogin (B.A.), Berufs- und organisationsbezogene Beratungswissenschaften (M.A.)

Der Einfluss der Biografie wirkt in den beruflichen Alltag einer pädagogischen Fachkraft hinein. Ein Blick zurück in die eigene Kindheit und den weiteren Lebensverlauf kann neue Perspektiven aufzeigen.  Die biografische Reflexion werden wir mit systemischen Methoden gestalten.

Einblicke in die Sozialraumforschung, in der sich unsere wandelnde Gesellschaft abbildet, erweitern die eigenen Erfahrungen. Schwerpunkt wird das Arbeitsfeld der institutionellen Bildung, Betreuung und Erziehung sein, das durch deutsche Geschichte und Politik geprägt ist.

Die Weiterentwicklung der Professionalität für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen beruht nicht nur aus Fachwissen, sondern braucht Lerninhalte aus – beruflichen und privaten – Lebenssituationen. Das Arbeitsfeld wird so zum Kern des individuellen Lernprozesses. Mit dem Transfer der Kompetenzen und biografischen Erfahrungen in die berufliche Tätigkeit zeigt sich das eigene Können.

Dieser Workshop lädt dazu ein, Reflexion auch biografisch, kontinuierlich zu nutzen. Ziel ist es, die Perspektive zu erweitern, um bestehende Vorannahmen zu ändern. Die Biografie ist mit der Professionalität vereint.

Angebot für Einsteiger und Fortgeschrittene mit pädagogischem Bezug.

Das Handbuch - Qualifizierung für die KoordinatorInnen des Netzwerkes Frühe Hilfen
Melanie Mengel und Michaela Herchenhan

(Teil II) NZFH - Forschung meets Praxis

Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes zwischen Nationalem Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und der DGSF  entwickelte sich bei der Planung und Durchführung der Fortbildung für die NetzwerkkoordinatorInnen der Frühen Hilfen dieses Handbuch. Es soll als Anleitung und Reflexionsfolie für grundlegende und weiterführende Qualifizierungen der koordinierenden MitarbeiterInnen in den Frühen Hilfen genutzt werden. Ein ehemals systemische Weiterbildungsinstitut der DGSF – Ochs & Orban- war mit der Konzeption und Durchführung des Fortbildungsmoduls  von der DGSF beauftragt. Für die begleitende Forschung war  das Institut Univation tätig. VertreterInnen aller beteiligten Organisationen haben das Handbuch gestaltet.

Das NZFH und die DGSF informieren in diesem Workshop über die wichtigsten Elemente der Fortbildung und bringen diese interaktiv in  Diskussionsrunden. Wir wünschen uns TeilnehmerInnen, die die Praxis der Frühen Hilfen kennen oder mitgestalten. Ziel dieses Workshops ist es, das Ergebnis der gelungenen Kooperation von NZFH und DGSF publik zu machen und interdisziplinär zu betrachten.

Patchwork- Basics für BeraterInnen und TherapeutInnen
Dr. med. Claudia Starke und Dr. med. Thomas Hess

Dr. med. Claudia Starke, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Systemtherapeutin und Lehrtherapeutin in freier Praxis und in Ausbildungsinstituten in Zürich (IEF) und München-Gauting (KiM).

Arbeitsschwerpunkte: Systemtherapie für Paare und Familien, besonders Patchwork-Familien.
Hypnotherapie, Supervision und Selbsterfahrung für Einzelne und Gruppen

Dr. med. Thomas Hess, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Systemtherapeut in freier Praxis, Supervisor und Trainer in Ausbildungsinstituten in Zürich (IEF, WILOB) und München-Gauting (KiM).

Arbeitsschwerpunkte: Systemtherapie für Paare und Familien, besonders Patchwork-Familien.
Konfliktklärungen für Teams und Paare, Supervision und Selbsterfahrung für Einzelne und Gruppen.

Patchwork-Problematiken nehmen in Beratungsstellen und Praxen zu. Sie sind vielfältig und komplex: Mütter, die zwischen Geliebtem und Kindern stehen; Stiefmütter, die ihr Letztes geben und doch nicht genügen; Kinder, die zwischen ihren Eltern zu vermitteln versuchen; Stiefväter, die plötzlich von ihrer Geliebten abgewiesen werden; Väter, die von einem Stiefvater verdrängt werden.

Die Arbeit mit diesen betroffenen Familien unterscheidet sich von der mit Kernfamilien und erfordert eine besondere Herangehensweise.

Ziele: Sensibilisierung für die Besonderheiten von Patchworkfamilien. Erkennen der spezifischen Muster und Dynamiken und der daraus entstehenden Problemsituationen. Vorstellen und Diskussion von adäquaten Settings und Vorgehensweisen im Umgang mit Komplexität und Konflikten.

Das Angebot richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene.

Denn wir wissen, was gut ist! Praktische Überlegungen für einen milieu- und kultursensitiven Umgang mit Eltern
Petra Lahrkamp

Dipl. Soz.-Päd. (FH), syst. Familientherapeutin (DGSF)

KollegInnen, die mit Familienarbeiten, treffen auf eine Vielfalt elterlicher Erziehungsmethoden und eine ebenso vielen Vorstellungen darüber, was es heißt, „gute Eltern“ zu sein. Wir SystemikerInnen operieren bewusst nicht mit den Kategorien „richtig und falsch“, „gut und schlecht“ – zugleich bewegen aber auch wir uns im normativen Rahmen unserer Kultur. Dieser gibt vor, was eine gesunde Entwicklung ist und was Eltern dafür tun oder nicht tun sollten. Insofern ist eine Bewertung elterlichen Verhaltens kaum zu vermeiden, im Jugendhilfekontext sogar unvermeidbar.

Ein Modell der Entwicklungspsychologin Heidi Keller hilft, elterliches Verhalten kultur- und milieuspezifisch besser nachzuvollziehen. Im Workshop wird dieses Modell vorgestellt und gezeigt, wie auch wir Fachleute von unseren inneren Sozialisationsstrategien geleitet sind. Ganz praktisch werfen wir einen Blick darauf, was dieser Umstand für unsere Arbeit mit Familien bedeutet.

Systemisches Arbeiten im Zwangskontext (Unterstützung von Jugendlichen und jungen Erwachsen in der U-Haft)
Anja Moser und Martin Gerhold

Untersuchungshaft ist für die jungen Menschen eine extreme Situation, der Tagesablauf ist streng vorgegeben und es wird durch die Institution und die Rahmenbedingen eine direkte Form von „Gewalt“ und „Zwängen“ auf den einzelnen jungen Menschen ausgeübt.

Um so wichtiger ist es, dass Mitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit gewaltfrei kommunizieren und in den einzelnen Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Menschen sehen und nicht ihre Tat.

Gleichzeitig müssen im Rahmen der Beratungs-, Unterstützungs- und Arbeitstherapeutischen Angebote immer wieder klare Positionen bezogen werden.

Besonders die innere Haltung und Sicherheit der Berater und Unterstützer bekommt an diesem Ort eine große Bedeutung.

In diesem Workshop soll die Arbeitsweise mit den Jugendlichen und jungen Erwachsen vorgestellt und diskutiert werden. Gleichzeitig soll versucht werden ein Einblick zu zeigen, wie systemisches Arbeiten für solche „extreme“ Arbeitsorte hilfreich sein kann.       

Tatort ich - Systemisch im Drama-Dreieck gedacht
Horst Lempart

In Beratung, Coaching & Therapie ist der Berater im Setting Teilnehmer des Beratungssystems. Es ist hilfreich und notwendig, dass er sich darin immer wieder selbst reflektiert. Das Drama-Dreieck aus der Transaktions-analyse kann den System-Teilnehmern dabei helfen, eigene Interaktionsbeiträge zu identifizieren, zu analysieren und zu verändern.

Gerade die Rolle des Retters ist den helfenden Berufen wie Coach oder Therapeut sehr vertraut. Aber auch die beiden anderen Ecken des Dreiecks, das Opfer und der Verfolger, sind gängige Rollen-Muster des Beraters im Beratungsprozess.

Das Modell hilft außerdem unseren Klienten, ihre eigene intrapsychische Dynamik besser zu verstehen und ihr "inneres Team" im Dreieck handhabbarer zu machen. Das Drama-Dreieck ist daher nicht nur eine Hilfe bei Transaktionsstörungen zwischen zwei oder mehreren Systemteilnehmern. Es unterstützt auch dabei, das "innere Drama" zu beenden und wieder zum Täter, zum Tätigen, also handlungsfähig zu werden.

Das Planspiel FIB - FAMILIE IN BALANCE für interkulturelle Familienentwicklung und Elternkooperation
Eva Tillmetz

Diplomtheologin, Paar- u. Familientherapeutin (DGSF) Praxis für Partnerschafts- und Familienberatung seit 1998 Lehrtherapeutin für systemische Therapie (DGSF) seit 2007 Lehrende am Institut ISYS Bayern/ Sachsen von 2002 bis 2013 Lehrende am Nürnberger Zentrum für systemische Familientherapie und Beratung, Fort- und Weiterbildung, Supervision und Coaching L.U.S.T seit 2013.

Längst sind die Folgen der Globalisierung in Therapie und Beratung und in den Familien angekommen. Transnationale Familien bringen ihre Nöte und Erfahrungen mit: Kinder einer deutschenFamilie, die nach mehreren Jahren im Ausland zurückkehrt, finden mühsam Anschluss in der Schule. Die polnische Mutter, die in Deutschland als Altenpflegerin arbeitet und ihre Kinder monatelang zurücklässt, leidet unter der Trennung und der wirtschaftlich aufgezwungenen „Fernliebe“(Beck-Gernsheim).

Der syrische Vater, der mit seinem ältesten Sohn nach Deutschland geflohen ist, wartet verzweifelt, dass seine Frau und jüngeren Kinder nachkommen dürfen. Ein chilenisch-russisches Paar, das sich hier im Auslandsstudium getroffen hat, gründet eine Familie weit entfernt von ihren Herkunftsfamilien. Wie wirken sich die sich über Kontinente erstreckenden familiären Bindungen auf alle Familienmitgliederaus? Mit dem systemischen Familienentwicklungsspiel FIB – FAMILIE IN BALANCE untersuchen Klienten wie Therapeuten die Auswirkungen der Migration auf allen Lebensfeldern und ergründen Ressourcen im Familiensystem.

Über das Medium Spiel entstehen und entdecken sie neue Perspektiven und zuvor nicht erkennbare Möglichkeitsräume werden sichtbar, spürbar und denkbar. Das Planspiel fördert die Elternkooperation und regt Eltern zu konstruktiven Lösungenan. Damit der Dialog auch in der Muttersprache geführt werden kann, sind die Lebensfelder vonFIB – FAMILIE IN BALANC Eins Englische, Französische, Polnische, Russischeund Türkische übersetzt. Seit kurzemgibt es das Planspiel mit übersetzter Spielanleitung fürden englischen und französischen Sprachraum: FIB – FAMILY IN BALANCE und FEE – FAMILLE EN EQUILIBRE. Diese verfügen über neue Sprachen auf den Lebensfeldern: arabisch, spanischund chinesisch. In dem Workshop stellt Eva Tillmetz das von ihr entwickelte Planspiel FIB – FAMILIE IN BALANCE und deren Übersetzungen FIB (engl.) und FEE vor und Sie haben die Gelegenheit, dieses Handwerkszeug selbst auszuprobieren. Mehr Infos zum Spiel: www.fib-spiel.de.

Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen Warum Netzwerkarbeit die systemische Königsdisziplin werden sollte
Rainer Schwing

Diplom-Psychologe, approbierter Psychotherapeut, Lehrender für systemische Beratung, Therapie und Supervison (DGSF), leitet seit 1989 das Weiterbildungsinstitut praxis - institut für systemische beratung in Hanau. Berufliche Erfahrungen in der Kindertherapie, der Familien- und Jugendberatung, Sechs Jahre im Vorstand des Psychologisch-pädagogischen Zentrums an der Universität Marburg. Seit 1986 freiberuflich als Organisationsberater, Supervisor, Coach und Managementtrainer im Sozial- und Gesundheitswesen, für Verwaltungen und Wirtschaftsunternehmen. Lehraufträge an verschiedenen Fachhochschulen, von 2006 bis 2011 als zweiter Vorsitzender im Vorstand der DGSF (Deutsche Gesellschaft für systemische Therapie, Beratung und Familientherapie). Verschiedene Publikationen und Vorträge im In- und Ausland, u.a. Coautor der Bücher "Systemisches Handwerk" (Göttingen 2006, 7. Auflage 2015) und „Systemische Beratung und Familientherapie, kurz, bündig, alltagstauglich“ (Göttingen 2013, 4. Auflage 2015)

Soziale Netzwerke und soziale Unterstützung sind protektive Faktoren für psychische wie physische Gesund-heit. In verschiedenen Forschungsfelder gibt es dazu eine robuste Befundlage, häufig zeigen sich höhere Effektstärken als die bekannter Gesundheitsfaktoren wie Körpergewicht, Rauchen, Ernährung, etc (Holt-Lundstadt 2010 u.a.). Auch in der Praxis von Therapie, Beratung und Sozialarbeit gibt es ein lange Tradition netzwerkorientierter Ansätze. Allerdings verschwinden viele dieser Ansätze nach einiger Zeit, obwohl sie wirksam sind: Sie sind anspruchsvoll in der Durchführung, und selten entstehen Kostenträgerstrukturen, die solche Ansätze angemessen finanzieren. Dabei verwirklichen Netzwerkansätze am nachhaltigsten die Idee der „Hilfe zur Selbsthilfe“ und können langfristig Kosten einsparen, weil sie Menschen qualifizieren, anderen wirksam zu helfen.

Im Workshop werden Forschungsergebnisse und praktische Ansätze aufgezeigt, Instrumente vorgestellt und ausprobiert, und wir wollen einen Austausch anregen, was es braucht, damit Netzwerkansätze wieder praktisch und theoretisch mehr Beachtung finden

Überzeugungs-Arbeit
Johannes Herwig-Lempp

Prof. Dr., Diplom-Sozialpädagoge, Systemischer Sozialarbeiter (DGsP), Fortbilder und Supervisor. Professor an der Hochschule Merseburg für Systemische Sozialarbeit/ Sozialarbeitswissenschaft. Leiter des ersten deutschen Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit. Autor von „Ressourcenorientierte Teamarbeit“ (4. Aufl., Göttingen 2016, Vandenhoeck & Ruprecht). www.herwig-lempp.de

Wenn wir politisch aktiv sein, uns einmischen und etwas verändern wollen, wollen wir andere von dem überzeugen, was wir für richtig und gut halten. Aber wie bringt man anderen die eigenen Ansichten nahe? Wenn wir erkennen, wie wir selbst im Lauf der Zeit unsere Werte verändern, können wir ableiten, wie wir andere einladen können, ihre Meinung zu überdenken. Argumente alleine genügen meist nicht. Menschen lassen sich leichter gewinnen, wenn wir sie auch emotional ansprechen: mit Anteilnahme und Zuwendung, durch Freundlichkeit und Humor, aber z.B. auch durch Provokation und Verstörung. Als SystemikerInnen verfügen wir über Werkzeuge, die sich auch für die politische Auseinandersetzung eignen.

Resilienz durch angewandte Improvisation und Humor stärken
Christiane Bauer und Ella Gabriele Amann

Christiane Bauer; Dipl.- Sozialpädagogin, System. Therapeutin, Supervisorin, Coach, Resilienztrainerin, Traumafachberaterin, freiberuflich tätig, Lehrende Dozentin für system. Beratung, Supervision, Coaching (SG), Gründerin und Leiterin des KiMInstituts bei München;

Ella Gabriele Amann ; System. Familientherapeutin, NLP-Coach, freiberuflich als Coach und Trainerin tätig,  Resilienz-Lehrtrainerin, Gründerin und Leiterin der impro live! Akademie für angewandte Improvisation und des Resilienz-Forum Berlin;

 

Sie wollen sich ganzheitlich entwickeln? Oder die Menschen, die zu Ihnen kommen? Sie wollen nicht nur reden, sondern Beratung und Therapie lebendig und mit viel Lachen gestalten?

Dieser Workshop schafft einen Experimentierraum für die Anwendung von interaktiven Praxistools und gibt Anregungen für den professionellen Einsatz von Humor. Mit Leichtigkeit können Körper, Geist und Seele gestärkt und auch durchaus „schwere“ Themen bearbeitet werden.

In einem kleinen theoretischen Input erfahren Sie neueste Infos zur aktuellen Resilienzforschung und lernen den Resilienzzirkel nach dem Bambusprinzip© kennen.

Zielgruppe: Anfänger und Fortgeschrittene

APSN – Aufsuchende Psychosozial Systemische Notfallversorgung nach traumatischem Stress
Tita Kern und Simon Finkeldei

Referenten und Fachliche Leitung der AETAS Kinderstiftung www.aetas-kinderstiftung.de

Tita Kern, Psychotraumatologin MSc., Systemische Familientherapeutin (DGSF)
Simon Finkeldei, Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor

Kinder und ihre Familien verfügen über zahlreiche Fähigkeiten, selbst schwere Verletzungen durch hochbe-lastende Lebensereignisse zu überstehen. Ob Bewältigung letztlich gelingt, wird aus psychotrauma-tologischer Sicht durch Aspekte der Vorgeschichte, des Ereignisses aber im besonderen Maße auch durch den Einfluss der frühen Verarbeitungsphase mitbestimmt. Dieses Wissen eröffnet diverse Ansatzpunkte, um betroffene Kinder und ihr gesamtes System in der frühen vulnerablen Phase nach Ereignissen wie dem Bezeugen von Suizid, Gewalt oder dem plötzlichem Tod zu unterstützen.

Aufbauend auf die APSN Erfahrungen der letzten zehn Jahre im Großraum München stellt der Workshop das Konzept, konkrete Möglichkeiten und bewährte Strategien in der frühen Begleitung traumabelasteter Kinder und deren Familien vor.

Feed Forward – Das Wunderszenario „zum Anfassen“ Paradigmenwechsel in der videobasierten Beratung
Hannelore Gens

Dipl. Päd. In diesem Workshop wird demonstriert, wie mit Videosequenzen gelungener Interaktionen der Beratungsprozess im Sinne des „Feed Forward“ vom Ziel her aufgebaut werden kann. Der Paradigmenwechsel manifestiert sich in einem Video-Zusammenschnitt exemplarischer Sequenzen, der das „Wunderbild“ nach De Shazer auf der Verhaltensebene abbildet. Da positiv erlebte Bilder hoch motivierend sind, werden Systeme innerhalb kürzester Zeit in die Lage versetzt, die darin enthaltenen Lösungen aktiv zu entdecken und neue Kompetenzen aufzubauen.

Neben der Erläuterung der Grundannahmen, der theoretischen Hintergründe und der Arbeitsweise (nach SPIN) werden Videosequenzen aus der Beratung von Familien, Fachkräften sowie Kindern und Jugendlichen gezeigt. Dabei liegt der Focus auf der praktischen Anwendung.

Dieser Workshop ist für Einsteiger und Fortgeschrittene gedacht

Die guten ins Töpfchen …(Teil 2)
Beate Jaquet und Christine Ziepert

Beate Jaquet, Diplom-Supervisorin (DGSv, DGSF), Familientherapeutin (DGSF, SG), Systemaufstellerin (DGfS), Lehrsupervisorin

Christine Ziepert, Diplom-Supervisorin (DGSv), Systemaufstellerin (DGfS), Lehrsupervisorin

Der methodische Schwerpunkt in diesem zweiteiligen Workshop wird auf einer Textaufstellung und einem begehbaren Genogramm liegen. Der Mittelpunkt ist ein Märchen, in dem alte archaische Grundmuster von Ausgrenzung, Scham, Verstoßen sein- und gleichzeitig  die Sehnsucht nach Liebe, Glück und Gesehenwerden- in Beziehung stehen. Dabei übernehmen die Teilnehmenden Rollenidentifikationen, die das Märchen anbietet. Durch die Aufstellung im Raum wird das Verhältnis der Figuren und Kräfte, die im Text vorkommen, mittels unterschiedlicher Methoden sichtbar. Es entsteht durch das Gesamtgefüge ein tiefer innerer Kontakt zum Thema „Von der Neutralität zur Parteilichkeit – SystemikerInnen mischen sich ein“, der überraschende Einsichten in sich birgt.

Hilfe! Der Roboter bugt mein Arbeitsplätzchen!
Nikola Siller

In den urbanen Zentren sprießen Co-Working-Spaces, MOOCs und smart factories aus den Rissen und Brüchen der untergehenden Arbeitswelt. Ein Hauch von Silicon Valley durchströmt das junge Prekariat. Social Entrepreneurs basteln in social labs kollektiv an faszinierenden Lösungen für gesamtgesellschaftliche Probleme. Die Zukunft des postfaktischen Zeitalters ist nicht nur düster, sondern auch offen, hell, chaotisch und faszinierend! Hochkonjunktur also für SystemikerInnen.

In diesem Workshop klettern wir in den Mastkorb und erlauben uns, die Ressourcen des Wandels und die schöpferische Seite der Medaille zu fokussieren. Wir explorieren Landkarten junger Unternehmungen und lassen uns von agilem management und kollaborativen Organisationsformen für unsere Arbeit inspirieren. P. S. Vokabelheft nicht vergessen!

Position beziehen – Meinung erschreiben
Petra Rechenberg-Winter

Dipl. Päd. et Psych. M. A.
Einmischen, mitmischen, gestalten! Sehen wir uns herausgefordert, Position zu beziehen, erheben sich Fragen des Wozu, Womit und Wie konstruktiven Einbringens.

Ein entsprechender Ausdruck mit persönlich passenden Formulierungen lässt sich mittels Kreativen Schreibens entwickeln. In spielerischer Herangehensweise, durchdacht, konturiert und auf den springenden Punkt gebracht, entstehen aussagekräftige Texte des eigenen und eigentlichen Anliegens.

In diesem Workshop lernen Sie kreative Schreibzugänge kennen, Sie erfahren, wie Sie Schreibblockaden überwinden, Sie erproben unterschiedliche Textformate, Sie erweitern Ihrem persönlichen Schreibstil freudvoll und pointiert.

Wer Schreiben kann macht Eindruck!

Für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Ton als Medium im Umgang mit Abschied und Trauer in Beratungsprozessen
Bernadette Raischl und Regula Kaeser-Bonanomi

Ton, als Teil der Erde, kann gerade in der Auseinandersetzung mit Abschieds- und Trauer-Situationen, seien es nun aktuelle oder bereits lange zurückliegende, ein sehr hilfreiches Medium sein. Ton kann unterstützen Verlusterfahrungen  zu begreifen, ihnen eine Form und Ausdruck zu verleihen und sie zu gestalten. Durch die Kommunikation mit den Händen kann Unsagbares und Unsichtbares mitgeteilt werden und so sichtbar werden.

In dem Workshop gibt es die Möglichkeit die Wirkweise der Arbeit mit Ton am eigenen Leib zu erfahren und zu reflektieren und das Medium Ton und  einfache, auch für den Keramik-Laien, durchführbare Methoden für die eigene Beratungsarbeit kennenzulernen.

Keine Vorkenntnisse notwendig.

Die Neutralitätsfalle – Schuld und Scham in Zwangskontexten
Andreas Wahlster

Dipl. Soz.päd. Systemischer Lehrtherapeut, Lehrender Supervisor, Praxis für Systemische (Familien-)Therapie, Supervision und Elterncoaching, u.a. langjährige Praxis als Sozialarbeiter und Familientherapeut in der stationären forensischen Psychiatrie, www.wahlster.de

Zwangskontexte zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass die darin stattfindenden Begegnungen in aller Regel keine Wunschbegegnungen sind. Die Begegnungen sind gekennzeichnet durch Maßnahmen, die destruktives, schädigendes sowie strafbares Handeln von Klient_innen verhindern bzw. vorbeugen soll. Die Klient_innen sehen sich mit einem Verlust ihrer persönlichen Freiheiten konfrontiert, nicht selten enden diese Dialoge in „hässlichen Spielen“ (Pleyer 1996). Freiheitseinschränkende oder gar freiheitsentziehende Maßnahmen aktivieren bei den Akteuren Schuld- und Schamgefühle. Sie entwickeln sich häufig zu einem gravierenden Dilemma, das sich in wechselseitiger Aggression, massiven (Selbst-)Entwertungen und depressiver Ver-stimmung zeigen kann. Der professionelle Umgang mit den Auswirkungen zeigt sich häufig in Bagatellisieren, Ausblenden und Verschweigen.

Der Workshop beleuchtet anhand von Praxisvignetten diese Dunkelstellen und stellt Optionen vor, wie Schuld- und Schamerleben als angemessene Reaktionsmuster würdevoll betrachtet werden können.

Der Workshop ist auch für Einsteiger geeignet.

Vergeben, Verzeihen, Vertrauen. - Über paradoxe Formen der Konfliktbeilegung.
Prof. Dr. Christoph Schneider

Konflikte, so hat Niklas Luhmann festgehalten, bilden ›hochinterdependente Systeme‹. Damit sind Konflikte alles andere als ›ordnungslos‹. Gleich ob es sich um Paarkonflikte, Familienkonflikte oder um historisch weit zurückreichende gesellschaftliche Konflikte handelt, in jedem Fall entwickeln Konflikte und die mit ihnen verknüpften Machtverhältnisse ihre eigene Form von Selbstorganisation.

Konflikte beenden heißt daher, eine bestehende ›Ordnung‹ und ›Regel‹ außer Kraft zu setzen. Der Workshop will aus systemischer und soziologischer Perspektive danach fragen, inwiefern durch Vergeben, Verzeihen und Vertrauen die regelgeleiteten Machtverhältnisse festgefahrener Konflikte verflüssigt werden können, indem hier ein Moment des

Außer-Ordentlichen ins Spiel gebracht wird, das weder erwartbar noch einklagbar ist.

Der Workshop richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an Fortgeschrittene.

Politik in der systemischen Lehre?
Tanja Kuhnert und Julia Strecker

Tanja Kuhnert, M. A. Management Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Diplom Sozialarbeiterin, Systemische Beraterin, Familien-/Therapeutin, Supervisorin und Gesundheits-/Coach, Trainerin und Lehrende in der Fort- und Weiterbildung. Eigene Praxis in Köln. Sprecherin der Fachgruppe Armut und System, ehemalige Sprecherin der Fachgruppe Systemische Beratung von Menschen in Hartz IV (SGB II), Mitglied des Forum Gesellschaftspolitik. www.loesungsraum-koeln.de

Julia Strecker, Systemische Beraterin/Therapeutin (DGSF/SG), Lehrtherapeutin (DGSF),  Supervisorin (DGSV/DGSF), Lehrsupervisorin (DGFP), Dipl.-Theologin, Sprecherin der Fachgruppe Systemische Seelsorge(DGSF) Mitglied des Forum Gesellschaftspolitik. Eigene Praxis in Köln. www.juliastrecker.de

SystemikerInnen können aufgrund ihrer Fähigkeit allparteilich verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen und einzunehmen einiges zur politischen Denk- und Handlungsweise beitragen. Doch trotz Neutralität und Allparteilichkeit Position zu beziehen, wie kann das gelingen? Brauchen wir eine systemisch-politische Lehre, die angehende SystemikerInnen dazu ermuntert und befähigt systemisch-politisch zu denken und zu handeln? Welche Lehre braucht es und was benötigen Lehrende, um zu einer systemisch-politischen Sozialisation beizutragen? Oder ist das gar kein Thema für systemische Weiterbildungen? Im Workshop soll dies auf kreative Weise eruiert und diskutiert werden, um die verschiedenen Perspektiven auf systemisch-politische Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten auszutauschen. Am Ende können Impulse stehen, die aus diesem Workshop hinaus in die systemische Szene getragen werden.

Inside out – Outside in Ein Workshop inklusive Selbstwahrnehmung und politischen Szenarien zum Hineinschlüpfen
Maria Wiprich-Hadulla

Systemische Einzel-, Paar- und Familienberaterin; Systemische Familientherapeutin i.A. (misw); Systemischer Coach, Supervisorin, Organisationsberater i.A. (misw);

Die politische Entwicklung macht etwas mit uns.

Teil 1
Wo genau? Wir begeben uns auf eine Reise in unseren Körper. Wie ist die Machtverteilung? Wo ist das politische Zentrum? Die Verbündeten? Die Opposition? Und experimentieren mit Interventionen, die Spannungen steigern und lösen. 

Teil 2
Wir probieren uns mit szenischen Darstellungen der politischen Situation. Ohne Sprache. Wie ist es an der Macht zu sein? Verbündeter? Gegner? Das Volk?

Heimantlose? Wir experimentieren mit unterschiedlichen Szenarien.

Teil 3
Der Kreis schließt sich mit dem Blick nach Innen. Was hat sich verändert?

Wie werden wir diese Erfahrung im echten Leben nutzen?

Voraussetzungen und Konzepte einer einmischenden Repolitisierung von Therapie-, (Organisations-)Beratung und Coaching Jenseits eines systemischen Pointillismus 2.0
Prof. em. Dr. Peter-W. Gester

Raumschiff Erde, der globale Terror marodiert und die Migration vagabundiert, operiert sein globales Betriebssystem im flackernden Notstrommodus am Rande des ökologischen Absturzes. Hat sich die Nachkriegszeit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder zu einer hohen Vorkriegszeit gewandelt?

 

Im globalen Konkurrenzkampf der nördlichen Industriegesellschaften wird die anglo-amerikanisch-europäische Mittelklasse zu Gunsten des Aufstiegs der Mittelklasse der Schwellenländer im asiatisch-pazifischen Becken systematisch zerlegt. Als Reaktion ist die Mehrzahl der nördlichen Industriegesellschaften mittlerweile politisch tief gespalten. Die ehemals soziale Marktwirtschaft hat sich zur asozialen Marktwirtschaft gewandelt.

 

 

Der permantente "shakey ground" der "negativen Moderne" und seine Angst vor dem "Sturz ins Nichts" kann von den "Rückzugs-ins-Private-" und den politischen Stupidifizierungsindustrien des real existierenden Konsumismus nur noch notdürftig überdröhnt werden.

 

 

 

Therapie-, (Organisations-)Beratung und Coaching sind ohne Einbeziehung dieser ständigen Drohungen disruptiver gesellschaftlicher Veränderungen nicht mehr seriös konzeptualisierbar.

 

 

Der Fahrstuhleffekt der permanenten Aufstiegsgesellschaft hat sich in den Paternoster- und Rolltreppeneffekt der Abstiegsgesellschaft verwandelt. Die Zwiebelgesellschaft mit Mittelstandsspeck hat sich in die "anorektische" Sanduhrgesellschaft mit ausgehungerter Wespentaille gewandelt. In diesem Umfeld haben sich neutrale und coole Beobachterpositionen im Weltbürgerkrieg zwischen dem "Volk" und den politisch-technokratischen Entscheidungseliten aus den Selbstbereicherungsverbünden zur flexibilisierten Standpunktlosigkeit politischer Einerseits-Anderseits Akrobaten gewandelt. Es gilt, den Standpunktwechsel vom neutralen Beobachter zum politisch deutlich positionierten, sich einmischenden Akteur zu vollziehen. Dabei müssen psychologische Oberflächen-Perspektiven zu Tiefenanalysen politökon.

 

  • Geo-, Euro-, Öko-, Klima-, Ernährungspolitik
  • Wirtschafts-, Währungs- und Schuldenpolitik
  • Arbeitsmarkt-, Gesundheitsmarkt-, Medien-, Migrations- und Sozialpolitik
  • Demographie-, Alters- und Armutspolitik
  • Technologische, digitaldarwinistische Entwicklungen
  • Wandlung der parlamentarischen repräsentativen Demokratie zu einem marktgerechten, lobby-gesteuerten ‘smarten‘ Postdemokratie mit angeschlossenem Überwachungsstaat.
  • Weiter werden die Auswirkungen dieser disruptiven Veränderungen nicht nur auf die gesellschaftlichen und individuellen Lebenswelten und -wirklichkeiten reflektiert, sondern es wird auch gefragt, wie sich das in der Theorie, Praxis, Interventionslehre und lehrenden Vermittlung der (systemischen) Beratungswissenschaften niederschlagen sollte.
  • Welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Kaninchenbau-Wunderländer der (systemischen) Berufsverbände haben werden.
  • Und es wird reflektiert, unter welchen Umständen sich diese Entwicklungen ‘mentalinfektologisch‘ zu einer Resilienz- und Rebellienz-Pandemie des zivilen Ungehorsams ausweiten könnten.

 

 

 

 

 

Systemische Beratung im Kontext Rechtsextremismus
Ludger Kühling und Dr. Reiner Becker

Ludger Kühling, Philosoph, kath. Theologe, Kulturwissenschaftler M.A., Systemischer Berater &  Therapeut (DGSF), Dozent für Systemische Beratung (SG), Systemischer Supervisor (DGSF), Lehrender Supervisor (SG), Systemischer Sozialarbeiter (DGsP). Langjährige Berufserfahrung in folgenden Arbeitskontexten: Suchtkrankenhilfe, Sozialpädagogische Familienhilfe, Aufsuchende Familientherapie, Gesellschafter des Systemischen Instituts Tübingen, Lehrender im Masterstudiengang Systemische Sozialarbeit an der Hochschule Merseburg.

Dr. Reiner Becker, Politikwissenschaftler, Leiter des Demokratiezentrums für Demokratie und Rechtsextremismus an der Philipps-Universität Marburg; forscht zu verschiedenen Aspekten von Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und ist Mitherausgeber der Zeitschrift „Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit“.

Betroffene von rechtsextremen, rassistischen und antisemitischen Vorfällen können sich in allen 16 Bundesländern kostenlos Hilfe von mobilen Beratungs- oder Interventionsteams holen. Zur Unterstützung der mobilen Beraterinnen und Berater fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen die Qualifizierung der BeraterInnen unter anderem in systemischer Beratung. Seit 2012 bietet das Systemische Institut Tübingen in Kooperation mit dem Beratungsnetzwerk Hessen diese an. Im Workshop wird das Konzept der Qualifizierung vorgestellt. Mit Ihnen wollen wir die Möglichkeiten und Grenzen systemischer Denk- und Handlungsmodelle für die systemische Beratung im Kontext Rechtextremismus diskutieren.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene

Wenn Beratung ein Kunstwerk ist, ist das ein gesellschaftlicher Akt
Christiane Lüschen-Heimer

Entsteht ein Kunstwerk, wenn Menschen und Organisationen sich in ein Beratungssystem begeben, dass von systemischer Haltung geprägt ist? Und was bedeutet das für den gesellschaftlichen Kontext? Der Beratungsprozess kann ein Akt des künstlerischen Schaffens werden.

Es entsteht ein sich selbst reproduzierendes kreatives System - ein Kunstwerk als ganzheitliche Empfindung. Das Erleben des System Kunst beeinflusst die Mitglieder des Beratungsprozesses in ihrem Selbstverständnis und Selbstwert wertschätzend. In dialektischer Weise trägt sich dies in die Lebensumwelten der Menschen.

In diesem Workshop geht es darum zu entdecken wie und an welchen Stellen des beraterischen Prozesses Sie gemeinsam mit Klienten ein Kunstwerk entstehen lassen, es kreativ steuern und gestalten.

Das Angebot richtet sich sowohl an Einsteiger, wie auch Fortgeschrittene.

„Allparteilichkeit als effektives Mittel systemischen Einmischens“
Dr. Martin Böckstiegel

Systemischer Organisationsberater (wispo), systemischer Coach und Wirtschaftsmediator (BIF/SG-zertifiziert), Lehrbeauftragter der TU Berlin für Leadership und Management, Dozent am Systemischen Zentrum (wispo). Beratung, Workshops, Vorträge und Kurse zu Organisations- und Führungsthemen, Corporate Culture, Innovation und Change in Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Zivilgesellschaft. Langjährige Erfahrung als Wirtschaftsanwalt in Großkanzleien und Multi-Disciplinary Practises sowie als Geschäftsführer von Wissensmanagementunternehmen.

SystemikerInnen verstehen sich als Profis der Neutralität oder besser der Allparteilichkeit. Genau dies ist auch ihre Schlüsselkompetenz, wenn sich die Frage stellt, ob und wie sie sich vielleicht doch gesellschaftlich-politisch einmischen sollen. Denn eine Einmischung als Partei – und sei es mit noch so guten ethischen Motiven – disqualifiziert sie für die wichtigste Rolle, die sie heute einnehmen könnten. Nur allparteilich können sie die auseinanderstrebenden Kräfte der Gesellschaft wieder an einen Tisch und die Anliegen hinter deren wütenden Vorwürfen ans Licht bringen. Der Vortrag beleuchtet, warum gerade Kompetenz und Mut von SystemikerInnen gefragt ist, unter professioneller Leitung Miteinander zu ermöglichen, und welche Rolle die Stimmigkeit als Handlungsprinzip dabei spielen kann.

Sowohl als auch: Systemische Haltung und Habitus
Carsten Hennig

M. A. Medienwissenschaft, Psychologie und Soziologie, sowie zertifizierter Berufs-und Wirtschaftspädagoge (Johann Wolfgang Goethe-Universität). Seit 2004 freiberuflich als Führungscoach, Teamsupervisor, Organisationsentwickler, Moderator und Dozentbranchen-und länderübergreifend tätig.Sprecher und Initiator der DGSF Fachgruppe Humane Arbeit und Burnout-Prävention. Systemischer Berater, Coach, Supervisor und Organisationsentwickler (DGSF), sowie Counselor (DGfB).

„Wie können wir unsere individuelle soziale Bedingtheit als Ressource aktivieren, um unser systemisches Arbeiten unverwechselbar zu prägen?“Die systemische Haltung mit denvier ihr zu Grunde liegenden Expertisendes Nichtwissens, Nichtverstehens, Eingebundenseinsund Vertrauens (Barthelmess) verkörpert das professionelle Selbstverständnisses systemisch beratender Berufe. Gleichzeitig ist diese verbindende Professionalität uns ausschließlich vor dem Hintergrund unseres persönlichen Habitus mitseinen drei AspektenKlasse, Geschlecht, und sozialem Feld (Bourdieu) zugänglich. Der Workshop richtet sich an Interessierte, die ihre professionelle Haltung reflektieren und das Zusammenspiel der beiden Konzepte für ihre Arbeit fruchtbar machen wollen.

"Bleib erschütterbar und widersteh." , P.Rühmkorf - Wenn Hilfssysteme schaden und Organisationen versagen.
Christiane Schuhbert

Dipl.- Psych., Psychotherapeutin.

Sexuell-narzisstischen Machtmissbrauch, verübt von gut ausgebildeten HelferInnen, gibt es schulenübergreifend in fast allen psychosozialen Einrichtungen. Nicht selten wird er auf verschiedenen Systemebenen bagatellisiert, vertuscht, verleugnet und verschwiegen.

Was brauchen systemische KollegInnen, Teams, Institute und Fachverbände, um ihre KlientInnen vor Grenzüberschreitungen zu schützen?

Was wirkt gegen die transgenerationale Weitergabe destruktiver Missbrauchsdynamiken? Reichen bisherige Präventionsmaßnahmen aus? 

Kirchen, Schulen und Parteien haben sich unterschiedlich mit dem sexualisierten Machtmissbrauch in den eigenen Reihen auseinandergesetzt. Wie können systemische BeraterInnen, Fachverbände und Institute im Umgang mit diesem Thema Verantwortung übernehmen?

Zielgruppe
Systemische FunktionsträgerInnen und alle Interessierten.

 

 

 

 

Hass und Angst – wie stark ist die Demokratie?
Dr. Ruth Sander

November 2016: Die AfD sitzt in zehn Landesparlamenten. Viktor Orbán strebt eine Verfassungsänderung gegen EU-Quoten für Asylbewerber an. Die polnische nationale Regierung plant die Einführung des Pflichtfachs Patriotismus an den Schulen.

Oktober 2017: Wie demokratisch ist Europa (noch)? Wie sehr können einzelne BürgerInnen, wir, Einfluss nehmen aufs die politischen Verhältnisse und Trends?

Diesen Fragen werden wir mit der Methode ‚Politik im Raum‘ interaktiv nachgehen. Der Workshop wird aus vier Teilen bestehen:

  •    Anwärmen fürs Thema
  •   Prozessorientierte Aufstellung zum Thema
  •   Reflexion/Vergemeinschaftung
  •   Methodischer Austausch

 

Angebot für Anfänger und Fortgeschrittene

Interkulturelle Kompetenz in Beratung und Therapie Menschen mit Migrationsbiographie
Dr. Angela Eberding

Diplom-Pädagogin, systemische Familientherapeutin, Supervisorin (IFW, SG), und Traumapädagogin, Systemischer Elterncoach, Adipositas-, Asthma-, Anaphylaxie- und Kontinenztrainerin und Dozentin, bis 2013 angestellt z. B. in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und in der Kinderklinik des Universitätsklinikums in Essen sowie am (Christlichen) Kinderhospital in Osnabrück. Seit 2000 in Teilzeit und seit 2014 in Vollzeit in freier Praxis tätig als Supervisorin und Dozentin zu Themen wie „Interkulturelle Kommunikation“, „Eltern- und LehrerInnencoaching“, „Neue Autorität“, „Schulung von Familien mit einem chronisch kranken Kind“. (s. www.angela-eberding.de);

 

Die Beratung oder Therapie von Menschen mit Migrationshintergrund gestaltet sich oft schwierig bzw. es entstehen Missverständnisse, was weder im Interesse der BeraterInnen und TherapeutInnen noch in demjenigen der KliententInnen und ihrer Familien ist. Historische Wurzeln können ebenso ein Grund dafür sein, wie auch mangelnden Kenntnissen der institutionellen, individuellen und/oder kulturellen Besonderheiten und Bedürfnisse aller Beteiligten. Sprachbarrieren und stereotype Bilder über die "Anderen" können zudem eine notwendige und sinnvolle Beratung/Therapie erschweren.

Nach einer Einführung ins Thema werden im Rahmen einer Übung die Auseinandersetzung der TeilnehmerInnen mit der eigenen Haltung gegenüber „Fremdem“ thematisiert sowie der mögliche Umgang mit Sprachbarrieren. Hilfreiche systemische Fragen werden vorgestellt und gemeinsam weiter entwickelt. 

 

 

Ein „Like“ ist nicht genug, ein Amt jedoch zu viel: individuell-bekömmliches Engagement in Zeiten von Mehrfachbeanspruchung und politischem (Mit)Gestaltenwollen
Iris Fischer

Systemische Supervisorin (DGSF)
Vielen ist die Situation vertraut: in diversen Rollen in diversen Kontexten gut unterwegs zu sein, die eigenen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen zu lassen und gleichzeitig das Gefühl zu haben: man würde sich gerne auch politisch einbringen. Ausreichend Meinung, Kompetenz, Diskussionsfreude sind vorhanden, Engagement für eine bessere Welt sowieso. Die Kunst, kluge Fragen zu stellen wird ebenso beherrscht, wie das Fokussieren auf Lösungen anstelle vereinfachender populistischer Schuldzuschreibungen. Ein rundherum stimmiges Paket für politisches Engagement! Wenn da nur der Zeitfaktor nicht wäre. Ein „liken“ bei Facebook, das Teilen eines Beitrags , das Diskutieren in Familie und Freundeskreis fühlen sich gut und richtig, aber nicht ausreichend an, ein Parteibeitritt oder politisches Amt zu aufwändig. Was also tun?  

Geeignet für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Sex ist nicht immer Sex – der Versuch einer persönlichen und therapeutischen Positionsbestimmung in Bezug auf Sexualität
Robert Coordes

Leiter: Dipl.-Psych. Robert Coordes

Sexualität ist die intimste Möglichkeit, sich mit einem Partner kommunikativ zu verbinden. Durch erfüllende Sexualität kann man sich angenommen und geliebt fühlen, durch eine „nicht funktionierende“ Sexualität hingegen isoliert und einsam. Eine als erfüllend erlebte Sexualität ist der Klebstoff einer Partnerschaft. Dabei ist die Sexualität maßgeblich durch das beeinflusst, was nicht direkt ausgedrückt, sondern in Beziehungen eher tabuisiert wird.

Ziel ist es, eine veränderte Sicht auf Sex zu entwerfen. Dazu untersuchen wir unsere (therapeutische) Haltung. Wie sehen wir Sexualität? Inwieweit fließen die Biographie, Sozialisation und zeitgeschichtliche Beziehungserfahrungen in Sexualität ein? Welchem (sexuellen) Ideal sind wir verpflichtet und welche Auswirkungen hat dies auf die Tabubereiche.

Die Veranstaltung richtet sich an Menschen ohne große Vorerfahrungen im Bereich Sexualtherapie, ist aber für Systemikerinnen und Systemiker mit therapeutischen oder beraterischen Vorerfahrungen, die einen Haltung zu sexuellen Themen entwickeln wollen, geeignet. 

Neue Autorität: Positionierung und innere Haltung
Theodora Koleva-Hermann und Uli Jaumann-Lang

Ulrike Jaumann-Lang, Dipl. Soz. Päd (FH); Psychotherapie (HPG); Systemische Therapeutin/ Familientherapeutin (DGSF); Systemischer Coach für Neue Autorita?t (MISW)

Theodora Koleva-Herrmann, M.A. DaF, Psychologie, Pädagogik (Univ.); Systemische Therapeutin/Familientherapeutin (DGSF); Elterntrainerin (Refugio); Systemische Supervisorin i. A. (DGSF)

Das Konzept der Neuen Autorität von Prof. Haim Omer, welches im Wesentlichen auf der sozialpolitischen Idee des Gewaltlosen Widerstandes von Mahatma Gandhi aufbaut, stärkt Eltern, Lehrer, Therapeuten, Sozialpädagogen oder Personen mit Führungsverantwortung. Es gibt Ihnen Mittel an die Hand wie sie mit einem demokratischen und partnerschaftlichen Selbstverständnis ihre Erziehungs- und Führungsaufgaben erfüllen können. Das Modell basiert auf den Begriff der Präsenz und Beziehung, die von Stärke und Gewaltlosigkeit ausgeht und nicht von Macht und Unterdrückung. Im Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage, wie kann ich Position beziehen und gleichzeitig gewaltlosen Widerstand leisten. Welche Rolle spielt dabei die innere Haltung und was ist das überhaupt?

Der Workshop ist für jeden, den das Thema interessiert, geeignet.

Kein sicherer Ort um Kind zu sein – kein „Post“ für die Heilung traumatischer Folgeschäden: Der Gaza Streifen
Dr. Michaela C. Fried

Fachärztin für Kinderheilkunde und Kinder- & Jugendpsychiatrie und Psychotherapie; Mitarbeiterin im INA-Kompetenz-Netzwerk in den Bereichen des Schultrainings und Elterncoaching nach Haim Omer; Fortbildungen und Supervision in Schulen und im Bereich der Jugendhilfe; Langjährige Erfahrung im klinischen Bereich; Eigene Wahlarztpraxis in Seitenstetten, Niederösterreich; Arbeit in einer Kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanz; Seit Januar 2017 betraut mit der ärztlichen Leitung einer stationären Einrichtung in Rust (Heilpädagogisches Zentrum); Engagement in verschiedenen Sozialprojekten: in der Hospizmedizin mit terminal kranken Menschen in England und Österreich,  mit verschiedenen NGOs, in Europa  und Afrika, unter anderem mit Ärzte ohne Grenzen, zuletzt über die WHO im Gazastreifen (September/Oktober 2015 und März/September 2016).

Es wird das Dilemma der Menschen in Gaza vorgestellt, die in Zeitungsreportagen als Selbstmordattentäter oder islamische Extremisten etikettiert werden. Derartige Attribute lassen außer Acht, dass die Zivilbevölkerung  im Gaza in erster Linie aus Menschen besteht, die mit einer Mischung aus Furcht, Isolation Hoffnungslosigkeit und einem chronischen Verlust an Menschenwürde leben. In einer Realität, in der es keinen sicheren Ort und keine Zeit für Heilung von Trauma gibt scheint Gewalt die einzige Coping-strategie sowohl für Kinder als auch für Erwachsene zu sein. Kann die Psychologie des gewaltfreien Widerstandes in familiensystemischer Arbeit einen Lebensstil basierend auf Gewalt verändern? Was können wir in Europa beitragen?

Zielgruppe
Alle Interessierten, Kenntnisse des Konzeptes des gewaltlosen Widerstandes bzw. der Neuen Autorität nach Haim Omer sind vorteilhaft aber nicht Voraussetzung

Körperwahrnehmung in Supervisions- und Coachingprozessen
Eva-Maria Pitman

M.A., Spiel- und Theaterpädagogin, Systemische Therapeutin, Supervisorin, Langjährige Erfahrung in der Durchführung von praxisnahen und lebendigen Workshops und Trainings.

www.pitman-beratung.de

Der Workshop gibt Ihnen einen Einblick, wie Methoden der Körperwahrnehmung in Coaching- und Supervisionsprozesse integriert werden können.

Sie lernen unterschiedliche Möglichkeiten zur Steigerung der Körperwahrnehmung kennen, von Achtsamkeitstechniken bis hin zu Improtechniken. Sie können sich darin selbst ausprobieren, Experimentierfreude wird also vorausgesetzt.

Im Workshop wird es zum einen um die Sensibilisierung Ihrer eigenen Wahrnehmung gehen und zum anderen erhalten Sie Anregungen, wie Sie Methoden der Körperwahrnehmung in Ihrer Coaching- und Supervisionsarbeit anwenden können.

Das Angebot ist für Einsteiger genauso geeignet wie für Fortgeschrittene.

Therapie jenseits heilkundlicher Psychotherapie - Rechtliche Klärungen und fachliche Abgrenzungen zwischen Beratung, Therapie und Psychotherapie
Joachim Wenzel

Systemische Therapie und Systemische Beratung erfolgen in sehr unterschiedlichen beruflichen Feldern. Sie werden etwa im Rahmen der Jugendhilfe, im Gesundheitswesen aber auch in freier Praxis ohne Dreiecksfinanzierung erbracht. Diese systemischen Dienstleistungen können als heilkundliche Psychotherapie (also mittels klinischer Störungsdiagnosen) erfolgen. Es gibt aber auch außerhalb der Heilkunde Systemische Beratung und Therapie. Nicht nur bei SystemikerInnen, die sich noch in einer Weiterbildung befinden, besteht derzeiteine große Verunsicherung, wo die rechtliche Grenze zu ziehen ist zwischen heilkundlichen und nicht-heilkundlichen Dienstleistungen. Schließlich kann eine unsachgemäße Einordnung immense strafrechtliche, steuerrechtliche und haftungsrechtliche Folgen mit sich bringen. In dem Vortrag wird die nach deutschem Recht einschlägige höchstrichterliche Rechtsprechung zu dieser Frage an Praxisbeispielen dargelegt und es werden nachvollziehbare Kriterien aufgezeigt, um in der Praxis eine Abgrenzung zwischen Systemischer Beratung/Therapie außerhalb der Heilkunde und heilkundlicher Psychotherapie vornehmen zu können. Darauf aufbauend wird dargelegt, dass auch nach der rechtlichen Klärung fachliche Fragestellungen bestehen bleiben, die es im systemischen Fachdiskurs erst noch zu klären gilt.

Es werden entsprechendpraktikable Unterscheidungsmöglichkeiten der Begriffe Beratung, Therapie und Psychotherapie vorgeschlagen und in den Rahmen der rechtlichen Vorgaben eingeordnet. Dabei wird die Vielfalt der Praxisfelder dargelegt und aufgezeigt wo in der Jugendhilfe (SGB 8) und der Heilkunde (SGB 5), aber auch jenseits dieser beiden sozialrechtlichen Leistungsfelder, Systemische Beratung und Systemische Therapie (staatlich) finanziert werden, sei es als Heilkunde oder außerhalb der Selben. Zum Ende des Vortrags werden mögliche Wirkungen und Nebenwirkungen der berufsrechtlichen Anerkennung der Systemischen Psychotherapie (und der möglichen Anerkennung nach SGB 5) skizziert und diskutiert. Durch diese Anerkennungsprozesse werden schließlich Fakten geschaffen, die gerade auch die nicht-approbierten Systemiker*innen betreffen. Dabei hat die systemische Welt derzeit noch Gestaltungsmöglichkeiten, wenn sie diese nutzt. Eben solche Spielräume werden vor dem Hintergrund der rechtlichen Regelungen in dem Vortrag herausgearbeitet.

Austausch fördern, Akzente setzen, Netzwerke bilden: Erarbeitung des Schwerpunktthemas „Familie und Flucht“ durch das Bundesforum Familie
Dr. Laura Block und Birgit Averbeck

Referentin
Dr. Laura Block ist seit 2013 Koordinatorin des Bundesforums Familie, welches als Projekt bei der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) angesiedelt ist. Sie ist Politikwissenschaftlerin und hat am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zum Thema Familiennachzugspolitik in Deutschland promoviert. Mehr Informationen zum Bundesforum Familie finden Sie hier: www.bundesforum-familie.de

Moderation
Birgit Averbeck, Fachreferentin für Jugendhilfe und Soziale Arbeit der DGSF, Handlungsfeld Jugend – und Sozialpolitik und lebensweltliche Beratung.

Das Bundesforum Familie ist ein unabhängiges Netzwerk, das durch die aktive Zusammenarbeit der rund 120 Mitgliedsorganisationen in ausgewählten Themenfeldern der Familienpolitik die Lebensbedingungen von Familien verbessern will. Die DGSF ist eine dieser Mitgliedsorganisationen.

Kern der Arbeit des Bundesforums Familie ist der Dialog zu wechselnden inhaltlichen Themenschwerpunkten, mit einer Laufzeit von in der Regel zwei Jahren. Die beteiligten Mitgliedsorganisationen bringen ihre Praxiserfahrungen und Positionen in die Diskussionen ein und arbeiten gemeinsam an Handlungsempfehlungen. Dies erlaubt es, vielfältige Erfahrungen und tiefes Fachwissen zu bündeln und an Politik und Praxis weiterzugeben. Diese Arbeit steht allen Mitgliederorganisationen offen und fördert ihre Vernetzung spürbar. 2016 – 2017 ist dieser thematische Schwerpunkt „Familie und Flucht“.

Der Workshop wird die bisherige Arbeit und Ergebnisse des Bundesforums Familie zum Thema „Familie und Flucht“ mit den Handlungsfeldern

  • Werte lernen in der Migrationsgesellschaft
  • Zugänge von geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu Regelangeboten der Bildung
  • Junge Geflüchtete und ihre Familien in der Kinder- und Jugendhilfe
  • Familienzusammenführung von Geflüchteten

vorstellen sowie gemeinsam mit den TeilnehmerInnen über Chancen und Grenzen gemeinsamer Erarbeitung von Positionierungen in großen zivilgesellschaftlichen Bündnissen reflektieren.

 

 

Alt, einsam, vergessen und vernachlässigt. Die neuen und leisen Formen gesellschaftlich-struktureller Gewalt sowie Ausgrenzung und Vernachlässigung
Axel Enke

Die Bedingungen in der stationären Altenpflege haben sich bundesweit in den letzten Jahren extrem verschlechtert. Die extreme Arbeitsverdichtung bei gleichzeitiger relativer Personalreduktion und vielfach mangelnder Qualifikation hat dazu geführt, dass unter den gegebenen Bedingungen ein würdevolles Arbeiten und Leben in diesen Einrichtungen kaum mehr möglich ist. Verschiedene Bedingungen unterstützten und unterstützen diese Entwicklung: Fehlende Lobby der Betroffenen und Pflegenden; gesellschaftliches Desinteresse, bzw. Verdrängung des Themas; Privatisierungen mit folgender Ökonomisierung sowie mangelnde Medienpräsenz des Themas. Auch die großen caritativen und gemeinnützigen Träger von stationären Altenhilfeeinrichtungen leisten zumindest in der Öffentlichkeit keinen Widerstand gegen diese Entwicklung. Warum eigentlich nicht? Schon lange wissen wir, dass Menschen in diesen totalen Institutionen bei mangelnder Zuwendung/Betreuung schneller sterben!

In diesem Workshop soll in komprimierter Form die derzeitige Situation sowie einige Auswirkungen für die Betroffenen dargestellt werden. Anschliessend soll in einem kreativen Suchprozess nach Ansatzmöglichkeiten und Wegen gesucht werden, diese Situation konstruktiv zu beeinflussen.

Das Angebot richtet sich an alle interessierte Personen.

Interkulturelles Lernen für die Arbeit mit Geflüchteten – eine Online Survival Kit für Lehrer
Dr. Stefan Schmid

Eine Vielzahl von LehrerInnen sieht sich im Unterricht mit Geflüchteten unerwarteter oder verunsichernden Situationen gegenüber. Um die bestehenden Interkulturellen Präsenzschulungen zu ergänzen bzw. für möglichst viele Lehrenden eine erste interkulturelle Sensibilisierung vor der Schulung zu ermöglichen, wurde ein Online-Lernformat geschaffen. Dieses Lerninstrument soll dazu dienen, den Lehrenden Wissen über die Geflüchteten zu vermitteln und anhand typischer Alltagssituationen Perspektivenwechsel und die Generierung von Handlungsoptionen fördern/trainieren. Im Workshop wird der Aufbau und die Lernziele dieses Programms vorgestellt und erste Erfahrungen mit dem Intrument präsentiert.

 

 

Keine Vorkenntnisse erforderlich.